Dell Aktie: Silver Lake verkauft 200.000 Anteile

Nach Rekordhoch rutscht die Dell-Aktie ab. Ein institutioneller Investor verkauft massiv Anteile, doch Analysten bleiben optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch nach Rekordhoch
  • Silver Lake verkauft Aktienpaket
  • Technische Indikatoren zeigen Überhitzung
  • KI-Servergeschäft treibt Wachstum

Ein institutioneller Großaktionär kassiert satte Gewinne – und Dell-Besitzer reagieren nervös. Die Aktie fällt am Donnerstag um 3,27 Prozent auf 348,95 Euro.

Erst am Dienstag hatte das Papier mit 416,10 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 220 Prozent.

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Silver Lake verkauft in großem Stil

Der jüngste Kursrutsch hat einen konkreten Auslöser: Mitgründer und Großinvestor Silver Lake hat kräftig Kasse gemacht. Am 1. Juni veräußerten mit dem Finanzier verbundene Fonds insgesamt mehr als 200.000 Dell-Aktien.

Allein die Einheit SL SPV-2 trennte sich von knapp 176.000 Anteilen im Wert von rund 80,6 Millionen Dollar. Die Verkaufspreise lagen zwischen 432 und 467 Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten war die Aktie um fast 280 Prozent gestiegen – genug Gewinn für einen Teilausstieg.

Technische Überhitzung

Hinzu kommt ein weiterer Belastungsfaktor. Der Relative-Stärke-Index (RSI) war am Dienstag auf 80,7 Punkte geschnellt – ein klares Überkauft-Signal. Seitdem hat sich der Indikator auf 72,2 abgekühlt.

Die Aktie notiert dennoch 70 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 154 Prozent über der 200-Tage-Linie. Diese Abstände sind extrem und signalisieren, wie rasant der Kurs zuvor gestiegen war.

AI-Wachstum bleibt intakt

Trotz der Gewinnmitnahmen: Das Fundament stimmt. Im ersten Fiskalquartal stiegen die AI-Servererlöse um 757 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar. Der gesamte AI-Auftragsbestand erreichte 51,3 Milliarden Dollar.

Das Management reagierte prompt und hob die Jahresprognose für KI-optimierte Server von 50 auf rund 60 Milliarden Dollar an. Der Gesamtumsatz für 2027 soll nun zwischen 165 und 169 Milliarden Dollar liegen – deutlich mehr als die zuvor anvisierten 138 bis 142 Milliarden.

Analysten bleiben zuversichtlich

JPMorgan und Goldman Sachs sehen die Aktie bei 500 Dollar. Dells Vorsprung vor Konkurrenten wie Hewlett Packard Enterprise ist gewaltig: Während HPE im AI-Servergeschäft 1,54 Milliarden Dollar umsetzte, lag Dell über zehnmal höher.

Die aktuelle Korrektur ist damit eher eine Verschnaufpause als eine Trendwende. Der fundamentale AI-Treiber bleibt intakt – und Silver Lake hat mit dem Verkauf Zeitpunkt und Volumen selbst gewählt. Ob die Aktie die 400-Euro-Marke erneut testen kann, dürfte vor allem von den nächsten Quartalszahlen abhängen.

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