Delticom verzeichnet Bremsspuren

Europas größter Internet-Reifenhändler Delticom gab auf der gestern stattgefundenen Hauptversammlung unter anderem vorläufige Zahlen für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres bekannt. Eines wird anhand dieser deutlich:

 

Autoreifen
© pixabay

Die Branche kämpft mit vielen Unwägbarkeiten. Insbesondere für Deutschland geht der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk nicht von einer deutlichen Besserung im Jahresverlauf aus. Auch für Europa sind Prognosen hinsichtlich der Markt- und Preisentwicklung derzeit nicht zuverlässig möglich.

 

Plus und Minus der Delticom Quartalszahlen

 

Positiv ist, dass sich der Umsatz von Delticom in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 18% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 111 Mio. Euro steigern konnte. Dabei stieg die Anzahl der Neukunden um 5% auf 207.000, bei den Wiederkäufern steigerte man sich um 19% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 238.000.

Gesenkt wurden die Personalkosten. Insgesamt ging es hier um 40% gegenüber dem 1. Quartal 2014 abwärts. Leicht erhöht gegenüber dem Vorjahr wurden die Marketingaufwendungen.

Einigen Anteil an diesen Ergebnissen hatte die Übernahme und damit die vollständige Integration von Tirendo. Die Kostenentlastung bei Tirendo ist deutlich hilfreich, durch attraktive Preisgestaltung Neukunden zu gewinnen und die eigene Marktposition weiter auszubauen.

Die Rohertragsmarge nach sonstigen betrieblichen Erträgen lag im 1. Quartal bei 24,9% und damit unter dem Wert des Vorjahres mit 26,8%. Beim EBITDA ging es um 68% auf 760.000 Euro nach unten. Das Ergebnis vor Steuern schlägt mit einem Minus von 1,4 Mio. Euro zu Buche.

Hier wirkte sich aus, dass mit der Steigerung des Absatzes auch die Kosten für u. a. Transport und Lagerhaltung stärker gestiegen sind als der Umsatz. Allerdings kommt laut Delticom dem 1. Quartal bezogen auf das gesamte Geschäftsjahr eine recht geringe Bedeutung zu. Dies betrifft besonders die Profitabilität.

 

Delticom mit vorsichtigem Ausblick

Ziel für 2015 bleibt es, eine weitere Kostenoptimierung voranzutreiben. Für das laufende Jahr plant Delticom eine Steigerung des Absatzes gegenüber dem Vorjahr. Sollten sich die Preise allerdings deflationär entwickeln muss ein Plus beim Absatz nicht unbedingt zu einem Plus beim Umsatz führen. Mindestens soll beim Umsatz und beim EBITDA jedoch die absolute Höhe des Jahres 2014 erreicht werden.

Für das Geschäftsjahr 2015 wurde außerdem die Zahlung einer Dividende von 0,25 Euro je Aktie beschlossen. Dies entspräche bei jetzigem Aktienkurs einer Rendite von 1,15%. Im Vorjahr wurden hier noch 0,50 Euro je Aktie an die Anleger ausgezahlt.

 

Kann sich die Aktie von Delticom aus dem Seitwärtstrend befreien?

Der Markt reagierte recht verhalten auf die Zahlen. In der Folge gab der Kurs der Aktie um 0,75% nach. Vor einem Jahr lag die Aktie noch bei einem Wert von ca. 35 Euro, heute sind es gerade einmal 21,70 Euro.

Angefangen hatte der Abwärtstrend bei Delticom Mitte August letzten Jahres mit Bekanntgabe der Zahlen für das 1. Halbjahr 2014. Dabei konnte gerade der Verlauf des 2. Quartals 2014 nicht zufrieden stellen. Der Anteil an verkauften Sommerreifen lag deutlich unter den Erwartungen, da viele Kunden sich bereits aufgrund des milden Klimas im 1. Quartal mit Neureifen eingedeckt hatten. Das spürte man auch bei Tirendo, die ebenfalls unter den Erwartungen lagen.

150506 Delticom

Von da an ging es Schritt für Schritt abwärts mit den Papieren bis auf gut 14 Euro. Danach gab es zwar kleine Aufwärtsbewegungen gefolgt von Rücksetzern, insgesamt verblieb die Aktie jedoch in einer Seitwärtsbewegung. Auch wenn wir denken, dass sich Delticom wieder mehr in die Profitabilität zurückkämpfen wird, hier muss man auf Zeit spielen. Engagierten Anlegern empfehlen wir den Wert zum weiteren Halten.

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