Der 5.000-Dollar-Durchbruch, das Bremer Raumfahrt-Wunder und die große Stille

Gold erreicht historische Höchststände, während die deutsche Konjunktur stagniert. Der OHB-Kurs steigt nach Milliardenauftrag der Bundeswehr um über 30 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis durchbricht 5.000-Dollar-Grenze
  • Ifo-Geschäftsklimaindex stagniert enttäuschend
  • OHB-Aktie nach Großauftrag stark im Plus
  • Bitcoin verzeichnet massive Kapitalabflüsse

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Tage, an denen Finanzgeschichte geschrieben wird, ohne dass Konfettikanonen knallen oder Börsenglocken wild läuten. Heute war so ein Tag. Still und leise hat der Goldpreis am Vormittag eine Marke pulverisiert, die Jahrzehnte als utopisch galt: Die Unze kostete in der Spitze 5.111 US-Dollar.

Wer noch einen Beweis suchte, wie tief das Misstrauen des „Smart Money” gegenüber der Geldpolitik und der geopolitischen Stabilität sitzt, hat ihn heute bekommen. Doch während das Edelmetall in neue Sphären vorstößt, bleibt die deutsche Realwirtschaft am Boden kleben. Der Kontrast könnte kaum schärfer sein: Hier der historische Rekord, dort die ernüchternde Stagnation.

Lassen Sie uns die Ereignisse dieses paradoxen Montags ordnen.

Goldene Flucht und grauer Ifo-Alltag

Die 5.000er-Marke ist gefallen – aktuell notieren wir bei rund 5.092 Dollar. Bemerkenswert ist dabei eine Wachablösung: Waren es zuletzt oft die Zentralbanken des Globalen Südens, die den Preis trieben, sind es nun die ETF-Zuflüsse westlicher Investoren. Das Kapital sucht den sicheren Hafen.

Und warum es das tut, lieferte das Ifo-Institut heute Morgen frei Haus. Der Geschäftsklimaindex verharrte im Januar bei enttäuschenden 87,6 Punkten; Analysten hatten auf eine leichte Erholung (88,2) gehofft. Ifo-Chef Clemens Fuest formulierte es mit der ihm eigenen Nüchternheit: „Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr.”

Besonders ein Detail der Daten sollte uns Sorgen bereiten: Die Kapazitätsauslastung in der Industrie ist auf 77,5 Prozent gesunken. Wenn Fabriken leerlaufen, wird nicht investiert. Dass der DAX mit einem Schlussstand von 24.933 Punkten (+0,13 Prozent) dennoch in Tuchfühlung zum Allzeithoch bleibt, wirkt zunehmend wie ein Balanceakt ohne Netz. Die Schere zwischen Börsenbewertung und konjunktureller Basis weitet sich gefährlich.

Bremen greift nach den Sternen

Dass es in diesem trüben Umfeld dennoch spektakuläre Gewinner gibt, bewies heute OHB. Die Aktie des Bremer Raumfahrtunternehmens explodierte förmlich und legte über 30 Prozent zu. Der Treibstoff für diese Kursrakete ist ein geplantes Mega-Projekt der Bundeswehr: Gemeinsam mit Rheinmetall bewirbt sich OHB um ein Satellitennetzwerk, das ein Auftragsvolumen von 8 bis 10 Milliarden Euro umfasst.

Bis 2029 soll dieses „deutsche Starlink” stehen. Es zeigt einmal mehr: Sicherheit und Verteidigung bleiben in dieser Dekade der verlässlichste Wachstumstreiber.

Ganz anders die Stimmungslage in Frankfurt bei der Deutschen Bank. Hier wird nicht expandiert, sondern die physische Präsenz weiter geschliffen. Bis Ende 2026 sollen 100 weitere Filialen schließen. Die Strategie ist klar: Der Kunde soll nicht zum Schalter, sondern zur App. In der zweiten Jahreshälfte soll der digitale KI-Assistent „Butler” übernehmen. Die Aktie reagierte kaum, doch für die Bankenlandschaft ist es ein weiterer Schritt in die totale Digitalisierung – ob der Kunde will oder nicht.

Das Schweigen vor dem Super-Mittwoch

Die eigentliche Musik spielte heute jedoch in der Warteschleife. Die geringen Ausschläge im DAX sind trügerisch; sie sind das Resultat kollektiven Luftanhaltens vor dem „Super-Mittwoch”.

Die Märkte blicken starr über den Atlantik:
1. Die Fed: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen werden, liegt bei fast 97 Prozent. Doch angesichts des politischen Drucks aus dem Weißen Haus wird jedes Wort von Jerome Powell auf die Goldwaage gelegt werden.
2. Die Tech-Giganten: Microsoft, Meta und Tesla öffnen übermorgen die Bücher. Microsoft hat heute bereits einen taktischen Pflock eingeschlagen und den neuen KI-Chip „Maia 200″ präsentiert – eine direkte Kampfansage an die Dominanz von Nvidia.

Anzeige

Der Kampf um die Chip-Dominanz zwischen Microsoft und Nvidia zeigt, wie entscheidend Halbleiter für die KI-Revolution geworden sind. In diesem kostenlosen Webinar werden vier Chip-Aktien analysiert, die von diesem Megatrend profitieren könnten – Unternehmen, die die Infrastruktur für KI, Rechenzentren und autonome Systeme liefern. Sie erfahren, warum Mikrochips als „neues Öl” gelten und welche konkreten Investmentchancen sich daraus ergeben. Details zur Chip-Aktien-Analyse

Krypto-Kater statt Goldrausch

Während physisches Gold glänzt, erleben die Anhänger des „digitalen Goldes” eisige Zeiten. Bitcoin rutschte heute auf ca. 86.000 US-Dollar ab, den tiefsten Stand seit Dezember.

Die Ursache liegt in einer massiven Kapitalflucht: In der vergangenen Woche zogen Anleger 1,33 Milliarden US-Dollar aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ab – der stärkste wöchentliche Aderlass seit fast einem Jahr. Auch Ethereum blutete mit über 600 Millionen Dollar Abflüssen. Es scheint, als würden institutionelle Anleger vor den Unsicherheiten der Woche ihre Chips vom Tisch nehmen oder sie direkt in das glänzende Metall umschichten.

Das Fazit

Lassen Sie sich von der Lethargie des heutigen DAX-Handels nicht täuschen. Wir befinden uns im Auge des Sturms. Die Diskrepanz zwischen den schwachen realwirtschaftlichen Daten aus Deutschland und den hohen Bewertungen an der Börse ist fragil. Wenn am Mittwoch die Tech-Zahlen enttäuschen oder die Fed den falschen Ton trifft, könnte die heute gezeigte Ruhe sehr schnell enden.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Abend und starke Nerven für die kommenden Tage.

Herzlichst,

Ihr

Felix Baarz

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 26. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...