Der April endet mit 7 Prozent Plus – und Tokio zieht die Notbremse
Japans Finanzministerium greift am Devisenmarkt ein, während der DAX den April mit einem Plus von 7 Prozent abschließt. Gold erreicht Rekordniveau, Bitcoin-ETFs verzeichnen Abflüsse.

- Japan interveniert gegen Yen-Schwäche
- DAX beendet Verlustserie mit Plus
- Goldpreis steigt auf Rekordhoch
- Bitcoin-ETFs mit massiven Abflüssen
Liebe Leserinnen und Leser,
gestern schloss ich mit einer Prognose: Drei Notenbank-Entscheide und vier Tech-Bilanzen innerhalb von 24 Stunden würden die Richtung für den Mai vorgeben. Der Donnerstag hat geliefert – aber die Richtung kam nicht aus Washington oder Frankfurt, sondern aus Tokio. Japans Finanzministerium intervenierte erstmals seit 2024 am Devisenmarkt, die Fed und die EZB hielten still, und der DAX beendete seine neuntägige Verlustserie mit einem Plus von 1,41 Prozent auf 24.292 Punkte. Unter dem Strich steht für den April ein Monatsgewinn von rund 7 Prozent. Der S&P 500 legte im selben Zeitraum um 9 Prozent zu – der beste Monat seit 2020. Die Zahlen klingen nach Entwarnung. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Das Kapital fließt nicht in die Breite, es konzentriert sich. Gold steigt, Bitcoin fällt, der Yen wird gestützt. Die großen Portfolios werden umgebaut, nicht aufgestockt.
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Tokio zieht die Notbremse am Devisenmarkt
Die größte Überraschung des Tages kam nicht aus einer Notenbank-Pressekonferenz, sondern aus dem japanischen Finanzministerium. Nachdem der US-Dollar die Marke von 160 Yen durchbrochen hatte, kaufte Tokio im großen Stil die eigene Währung und stieß Dollar-Reserven ab. Der Yen wertete intraday um bis zu 3 Prozent auf – der stärkste Tagesgewinn seit fast zwei Jahren. Das Währungspaar USD/JPY fiel zeitweise auf 155,5 zurück.
Finanzminister Satsuki Katayama und Währungsdiplomat Atsushi Mimura wählten ungewöhnlich scharfe Worte: eine „finale Evakuierungswarnung“ an spekulative Händler. Die Botschaft ist klar – Tokio wird nicht zusehen, wie Carry-Trader den Yen als Finanzierungswährung missbrauchen, während die Zinsdifferenz zu den USA bei über 300 Basispunkten liegt und steigende Ölpreise Japans Importrechnung aufblähen. Ob die Intervention mehr als ein Tageseffekt bleibt, hängt davon ab, wie entschlossen die Bank of Japan bei ihrer nächsten Sitzung nachzieht.
Kion: Die zweite Reihe liefert, was der DAX verspricht
Während die Rotation aus Tech in Substanzwerte seit Wochen das beherrschende Thema ist, lieferte am Donnerstag ein MDAX-Wert den konkreten Beleg. Die Kion Group meldete für das erste Quartal einen Auftragseingang von knapp 3 Milliarden Euro – ein Plus von gut 10 Prozent. Kunden hatten Bestellungen vorgezogen, um angekündigten Preiserhöhungen im April zuvorzukommen. Das bereinigte EBIT stieg um 5 Prozent auf 205 Millionen Euro, die operative Marge verbesserte sich von 7,0 auf 7,4 Prozent.
Der eigentliche Kontrast steckt im Jahresvergleich: Im Vorjahresquartal stand unter dem Strich noch ein Verlust von 47 Millionen Euro. Jetzt sind es 92 Millionen Euro Gewinn. Hinzu kommt ein positiver freier Cashflow von 47 Millionen Euro und der Einstieg beim chinesischen Robotik-Anbieter Zikoo Robotics. Die Aktie, die seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts Ende Februar fast ein Viertel ihres Wertes eingebüßt hatte, legte um knapp 3 Prozent auf 44,30 Euro zu. Kion zeigt, was in der deutschen Industrie möglich ist, wenn Auftragsbücher voll sind und die Margensteuerung funktioniert.
Kions Einstieg bei Zikoo Robotics ist kein Einzelfall – Milliarden fließen gerade in Robotik und KI, und die Unternehmen dahinter sind längst nicht alle bekannt. Welche Firmen Finanzexperten als Hauptgewinner der nächsten industriellen Revolution identifizieren, zeigt dieser kostenlose Report. Jetzt Gratis-Report herunterladen
Gold bei 4.637 Dollar – und Bitcoin-ETFs verlieren eine halbe Milliarde
Die Kapitalströme zum Monatsultimo zeichnen ein eindeutiges Bild: Institutionelle Anleger verschieben Mittel in physische Werte und weg von digitalen. Der Goldpreis stieg am Donnerstag um 2 Prozent auf 4.637 US-Dollar je Feinunze. Der Ölpreis (Brent) kühlte nach seinem Kriegshoch von über 126 Dollar auf rund 114 Dollar ab – immer noch ein Niveau, das europäische Importeure unter Druck setzt.
Am Kryptomarkt dreht sich die Stimmung. In den vergangenen drei Tagen verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von über 490 Millionen Dollar. Der Fidelity FBTC verlor 191,5 Millionen, der BlackRock IBIT 166,9 Millionen. Damit endete eine neuntägige Zufluss-Serie von 2,1 Milliarden Dollar. Bitcoin rutschte im Zuge des Fed-Entscheids um 1,7 Prozent auf rund 75.600 Dollar. Gegen den Trend sammelte der am 8. April gestartete Morgan Stanley Bitcoin Trust Gelder ein – Marktbeobachter führen das auf die niedrigere Jahresgebühr von 0,14 Prozent zurück, verglichen mit 0,25 Prozent bei BlackRock. Der Gebührenwettbewerb unter den ETF-Anbietern verschärft sich, aber er ändert nichts daran, dass das große Geld gerade in die andere Richtung fließt.
Zwei Notenbanken, ein Signal: Abwarten
Die Fed beließ den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent, die EZB bei 2,0 Prozent. Keine Überraschung. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verwies auf die verschärften Risiken durch den Energiepreisschock und hielt sich die Option einer Zinserhöhung im Juni offen. Das ist die eigentliche Nachricht: Vor wenigen Monaten diskutierte Frankfurt noch über Lockerungen. Jetzt steht eine Straffung im Raum.
Die Konjunkturdaten stützen den vorsichtigen Kurs. Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal annualisiert um 2,0 Prozent – unter den erwarteten 2,3 Prozent. Deutschland überraschte mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent nach der Destatis-Schätzung, auch wenn Frühindikatoren für das laufende Quartal bereits Gegenwind signalisieren. Die Inflation in der Eurozone kletterte im April auf 3,0 Prozent. Für die EZB ist das ein Dilemma: Die Wirtschaft wächst kaum, die Preise steigen weiter, und der Ölpreis bleibt der unberechenbare Faktor.
Was jetzt zählt
Der April war ein Monat der Widersprüche: steigende Kurse bei steigenden Risiken, Rekordgold bei fallenden Kryptowährungen, Notenbanken im Stillstand bei einer Inflation, die nicht stillsteht. Die Portfolioumschichtungen zum Monatsende deuten darauf hin, dass professionelle Anleger diese Widersprüche nicht ignorieren, sondern einpreisen – mit einer klaren Verschiebung zu physischen Werten und weg von spekulativen Positionen.
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Für den Mai wird die Frage sein, ob die Fundamentaldaten den Optimismus der Aktienmärkte rechtfertigen. Die Antworten liefern in den kommenden Tagen Infineon, BMW und Rheinmetall mit ihren Quartalszahlen, der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und der Auftragseingang der deutschen Industrie. Der April hat gezeigt, dass Märkte und Realwirtschaft in verschiedenen Geschwindigkeiten unterwegs sind. Im Mai wird sich zeigen, wer recht behält.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
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