Börsenwissen: Der DAX – Geschichte und Zusammensetzung

Der DAX (Deutscher Aktienindex) ist der mit Abstand wichtigste Aktienindex in Deutschland – der sogenannte Leitindex. Der Aktienindex wurde 1988 eingeführt und listet die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland. Deshalb wird der Index auch häufig als DAX 30 bezeichnet. Er ist die Fortführung des seit 1959 existierenden Index der Börsen-Zeitung.

 

DAX-TafelDie Zusammensetzung des Index kann regelmäßig wechseln, zudem werden die 30 Aktiengesellschaften unterschiedlich stark gewichtet, sodass der jeweilige Wert der frei handelbaren Aktien zum Tragen kommt. Durch den DAX wird die Entwicklung der 30 gelisteten Unternehmen abgebildet. Der Aktienindex ist nicht nur der wichtigste in Deutschland, sondern zählt auch global zu den bedeutendsten Indizes.

 

Der DAX historisch: Einführung und Entwicklung

Wie bei vielen Aktienindizes üblich wurde auch der DAX vor seiner Einführung zum auf einen bestimmten Wert normiert. Am 31. Dezember 1987 lag dieser Wert bei 1.000 Punkten, bei seiner Einführung am 1. Juli 1988 startete der Index mit rund 1.163 Punkten. Nach stetigem Wachstum mit einigen Rücksetzern ging es für den DAX besonders in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre steil bergauf.

Der Index lag zu Beginn des Jahres 2000 sogar kurzzeitig bei mehr als 8.000 Punkten, bevor er nach dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase in den kommenden Jahren wieder auf etwa 2.200 Punkte zurückfiel. Danach stieg der Leitindex wieder stetig an und wurde auch durch die Wirtschafts- und Finanzkrise von 2007/2008 nur kurzfristig aus der Bahn geworfen. Im Juni 2014 übertraf der DAX erstmals die „magische“ 10.000-Punkte-Marke.

 

So wird der DAX zusammengesetzt

Die 30 im DAX gelisteten Unternehmen sind die größten deutschen Unternehmen bezüglich Orderbuch-Umsatz und Marktkapitalisierung der Streubesitz-Aktien. Das bedeutet, dass die Unternehmen dann im DAX gelistet sind, wenn sie besonders viel an der Börse gehandelt werden und einen hohen Börsenwert an frei handelbaren Aktien haben.

Einmal im Jahr – im September – wird die Zusammensetzung des DAX aktualisiert und bestimmte Unternehmen werden gegebenenfalls aufgenommen bzw. müssen aus dem Index ausscheiden. Sofern Unternehmen beim Börsenumsatz oder Börsenwert besonders rasch und deutlich auf- oder absteigen, gibt es drei außerordentliche Anpassungstermine alle drei Monate (im Dezember, März und Juni). Der DAX ist branchenunspezifisch, die gelisteten Unternehmen können in den unterschiedlichsten Branchen vertreten sein.

 

DAX-Unternehmen und deren Gewichtung

Viele der heute im DAX gelisteten Unternehmen sind seit Einführung des Aktienindex dabei. Dazu zählen zum Beispiel Siemens, Allianz, Bayer, RWE oder die Deutsche Bank. Einige Großkonzerne wie etwa die Deutsche Telekom oder die Deutsche Post sind erst im Laufe der Zeit an die Börse gegangen und kamen erst viele Jahre nach der Einführung des Index hinzu.

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Neben der veränderbaren Zusammensetzung ist auch die Gewichtung der einzelnen Titel im DAX unterschiedlich. Je höher der Börsenwert der frei handelbaren Aktien ist, desto höher ist auch die Gewichtung des jeweiligen Unternehmens im Index. Die Skala geht derzeit von 10,17 % (Bayer) bis zu 0,43 % (Lanxess). Die Indexgewichtung der DAX-Konzerne wird vierteljährlich überprüft und angepasst.

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