Der Dollar zieht an, der Yen gibt nach — und der DAX zahlt die Rechnung

Der DAX fällt unter die 200-Tage-Linie, während der Dollar anzieht und der Yen nachgibt. Geopolitische Unsicherheiten und steigende Ölpreise belasten die Märkte zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • DAX bricht um 2,07 Prozent ein
  • Dollar-Index steigt auf 99er-Marke
  • Yen gibt Hälfte der Interventionsgewinne ab
  • Lufthansa leidet unter hohen Kerosinkosten

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern schloss ich mit drei Fragen: Wird die Diplomatie in Peking konkret? Treiben die Ölpreise die Zinserwartungen weiter? Und wird die Aktienrally breiter? Die Antworten dieses Freitags sind ernüchternd. Trump verließ Peking mit vagen Versprechen, Brent-Öl kletterte über 108 Dollar, und von Marktbreite kann keine Rede mehr sein. Der DAX brach um 2,07 Prozent auf 23.950 Punkte ein — unter die 200-Tage-Linie, unter die 24.000er-Marke, auf Wochensicht minus 1,6 Prozent. Wer am Donnerstag noch auf Konzentration in den Indizes verwies, muss am Freitag feststellen: Wenn die Breite fehlt, reicht ein schlechter Tag, um die ganze Konstruktion ins Rutschen zu bringen.

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Dollar stark, Yen schwach — die Zinsdifferenz frisst Währungen

Der US-Dollar-Index legte in dieser Woche so kräftig zu wie seit über einem Monat nicht mehr, übersprang die 99er-Marke und steuert auf 100 zu. Analysten der Deutschen Bank führen die Stärke auf robuste US-Konjunkturdaten und das Festhalten der Federal Reserve an ihrer „Higher for longer“-Linie zurück. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg auf 4,59 Prozent; der T-Note-Future fiel um 0,74 Prozent auf 109,30 Punkte.

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Auf der anderen Seite des Pazifiks das Gegenbild. Der japanische Yen rutschte am Freitag auf die obere 158er-Spanne gegenüber dem Dollar und gab damit die Hälfte der Gewinne aus der Regierungsintervention des Vormonats wieder ab. Die DBS Bank stellt nüchtern fest: Selbst das solide japanische BIP-Wachstum im vierten Quartal konnte den Yen nicht stabilisieren. Die Rechnung ist einfach — japanische Handelsdefizite plus ultralockere BOJ-Politik gegen restriktive Fed ergibt Carry-Trade-Paradies und importierte Inflation in Tokio. Für Anleger mit Yen-Exposure eine unangenehme Kombination.

Peking-Gipfel: viel Inszenierung, wenig Substanz

Donald Trump verließ China am Freitag mit der Verkündung „fantastischer Handelsabkommen“. Auf der Liste: angeblich 200 Boeing-Flugzeuge, mehr US-Agrar- und Energiekäufe durch China. Aus Peking kam dazu — nichts. Keine offizielle Bestätigung.

Was tatsächlich vereinbart wurde: Ein „Board of Trade“ und ein „Board of Investment“ sollen Zölle auf Güter im Wert von 30 Milliarden Dollar abbauen. Washington genehmigte den Verkauf von Nvidias H200-KI-Chips an chinesische Abnehmer. Bei der Taiwan-Frage warnte Xi ausdrücklich, beim Iran-Konflikt bewegte sich keine Seite. Das nächste Treffen ist für den 24. September in den USA angesetzt. Wer auf eine schnelle Deeskalation im Handelskonflikt gesetzt hatte, muss sich gedulden.

Was die 13F-Filings über die großen Portfolios verraten

Die am Freitag veröffentlichten 13F-Berichte geben Einblick in die Positionierung der institutionellen Schwergewichte zum Stichtag 15. Mai. Ameriprise Financial meldete Bestände mit einem aggregierten Marktwert von 431,76 Milliarden Dollar, verteilt auf 11.197 Positionen. Janus Henderson wies 201,68 Milliarden Dollar über 4.232 Einträge aus. Die Loews Corporation reportete 11,89 Milliarden Dollar — der Konzern hält rund 92 Prozent der Stimmrechte an CNA Financial.

Eine Position sticht heraus: Die Bessemer Group erhöhte ihre Beteiligung an Live Nation Entertainment um 70 Prozent auf 1,84 Millionen Aktien im Wert von 262,73 Millionen Dollar. Das ist bemerkenswert, weil Live Nation beim Quartalsgewinn je Aktie massiv enttäuschte: minus 1,85 Dollar statt erwarteter minus 0,35 Dollar. Der Umsatz lag mit 3,79 Milliarden Dollar zwar über den Prognosen, aber Insider wie Michael Rowles verkauften gleichzeitig — 63.776 Aktien für 10,47 Millionen Dollar. Wenn die Großen kaufen und die Insider verkaufen, lohnt sich ein zweiter Blick.

Lufthansa, BioNTech, Bayer — deutsche Konzerne zwischen Wachstum und Kostendruck

Die Lufthansa Group steigerte ihren Umsatz im ersten Quartal um 8 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 110 Millionen Euro auf minus 612 Millionen Euro — getragen von starker Passagiernachfrage und einer Auslastung von 81,9 Prozent. Doch die geopolitische Realität holt die Airline ein: Die Sperrung der Straße von Hormus verursacht 2026 geschätzte 1,7 Milliarden Euro an zusätzlichen Kerosinkosten. 80 Prozent des Bedarfs sind preislich abgesichert — die restlichen 20 Prozent nicht.

BioNTech-CEO Ugur Sahin wandte sich auf der virtuellen Hauptversammlung an die Aktionäre. Nach der Ankündigung von Werksschließungen in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur wegen Überkapazitäten versprach er sozialverträgliche Lösungen. Aus dem Bayer-Konzern kamen derweil ermutigende Daten: Die Phase-II-Ergebnisse der ARASEC-Studie zeigen, dass Darolutamid (Nubeqa) bei metastasiertem hormonsitivem Prostatakrebs das progressionsfreie Überleben signifikant verbessert.

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Was jetzt zählt

Brent über 108 Dollar, zehnjährige US-Renditen bei 4,59 Prozent, der DAX unter seiner 200-Tage-Linie — das sind keine isolierten Datenpunkte, sondern Glieder einer Kette. Teure Energie drückt auf die Margen, hohe Zinsen verteuern Kapital, und die Diplomatie liefert keine Entlastung. Bitcoin handelte am Freitag in einer engen Spanne zwischen 79.274 und 80.375 Dollar — auch dort fehlt der Impuls nach oben.

In der kommenden Woche werden die Einkaufsmanagerindizes und das Ifo-Geschäftsklima zeigen, wie tief die Spuren von Energiekosten und Kapitalmarktzinsen in der Realwirtschaft bereits reichen. Für Anleger wird es darauf ankommen, zwischen Unternehmen zu unterscheiden, die diese Belastungen absorbieren können, und solchen, die es nicht können. Die Marktbreite vom Donnerstag war schon dünn. Am Freitag ist sie gerissen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Herzlichst, Ihr

Felix Baarz

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