Der Goldpreis und Donald Trump – ein großes Missverständnis

Nach der US-Wahl hat der Goldpreis reagiert – allerdings nicht wie erwartet. Denn Donald Trump hat die Wahl gewonnen und Gold ist nach kurzem Anstieg regelrecht abgestürzt. Wie konnte das passieren, wo doch alle mit unsicheren Märkten, sinkenden Aktienkursen und steigendem Goldpreis gerechnet haben?

© Pixabay
© Pixabay

Von zwischenzeitlich mehr als 1.330 US-Dollar kurz nach dem Trump-Sieg stürzte der Goldpreis in den Keller auf 1.212 Dollar. Heute Vormittag hat sich der Goldpreis knapp unter der 1.230 Dollar-Marke wieder etwas stabilisiert, aber der Einbruch zeigt das große Missverständnis der Analysten.

Vor der Wahl hatten im Falle eines Sieges von Donald Trump alle mit deutlichen Verlusten bei den Aktienmärkten gerechnet – und zeitgleich mit einem Anstieg von Gold in dieser unsicheren Zeit. Nun ist immer noch sehr unsicher, wie die Wirtschafts-Politik unter dem kommenden US-Präsidenten genau aussehen soll. Dem Markt war das aber entgegen der landläufigen Meinung egal.

Marktanalysten liegen komplett daneben

Obwohl im Vorfeld alles für eine Goldpreis-Rallye gesprochen hat, lagen die Marktanalysten schlicht und einfach daneben. Die Aktienmärkte erleben trotz Trump einen Boom und die Unsicherheit hat Gold keineswegs nach vorne gebracht.

Nun ist dies aber kein Versagen von Analysten, sondern erneut ein Beweis dafür, dass sich die Entwicklung eben nie mit Gewissheit vorhersagen lässt – besonders bei politischen Zusammenhängen. Die Märkte sehen Trump derzeit offenbar als jemand, der Schwung in die US-Wirtschaft bringen wird.

Was den Goldpreis betrifft, scheint derzeit nur sicher, dass dieser solange unter Druck steht wie die Aktienmärkte steigen. Auch die vermutlich anstehende Zinsanhebung der Fed spielt dem Goldpreis nicht in die Karten. Wenngleich diese schon ein Stück weit eingepreist sein dürfte.

Goldpreis: Ein Blick in die Kristallkugel

Die künftige Entwicklung des Goldpreises ist kaum vorherzusehen. Kurzfristige Schwankungen können immer wieder erklärt werden, die Langfrist-Entwicklung bleibt unsicher. Den Deutschen ist es egal: Sie horten Gold im Wert von 333 Milliarden Euro. Laut einer Studie der ReiseBank rechnen viele Goldanleger auch mit steigenden Preisen.

Rational begründbar ist das eher nicht. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass es bei Gold zu großen Schwankungen kommen kann. Teils gab es zwar Phasen mit enormer Wertsteigerung (etwa zwischen 2006 und 2012), aber auch einen Einbruch in 2013 und jahrzehntelange Seitwärts-Phasen in den 80er und 90er Jahren.

%d Bloggern gefällt das: