Deutsche Aktien: Mit diesen 5 Werten haben Anleger im 1. Halbjahr Geld verloren – Bilfinger, Gerry Weber, Lufthansa, RWE, windeln.de

Während die einen überaus gute Gewinne im ersten Halbjahr verzeichneten, gab es jedoch auch viele Unternehmen, deren Anleger beim Blick auf den Kursverlauf nicht die Freudentränen in den Augen standen.

 

© steworks_foto - Fotolia
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Die Griechenland-Problematik prägte in den vergangenen Monaten das Marktgeschehen. Während der DAX, getragen von der Hoffnung auf eine Einigung, durchaus nennenswerte Anstiege verzeichnen konnte, gab es aber eben auch Firmen, deren Geschäftsmodell nicht ganz fruchtete.

Das kann an einer falschen Unternehmensstrategie liegen, vielleicht hat man auch den Anschluss an die Konkurrenz verpasst oder sich nicht rechtzeitig auf sich ändernde Marktbedingungen eingestellt.

Spätestens, wenn es zu einer Gewinnwarnung kommt, ist Vorsicht angesagt. Dann ist auch häufig mit einer Kürzung der Dividende zu rechnen und es kann sein, dass investierte Anleger bei fehlender Absicherung ins Minus geraten. Wir wollen kurz Bilanz ziehen, welche Aktien sich nach den ersten sechs Monaten dieses Jahres eher als Fehlinvestment erwiesen haben.

 

Gerry Weber – Vorbei mit den goldenen Zeiten?

Lange Zeit waren Anleger von Gerry Weber verwöhnt. Das Unternehmen entwickelte sich hervorragend und konnte durchaus mit der Konkurrenz mithalten. Es wurde expandiert, was das Zeug hält und diverse neue Ladengeschäfte eröffnet.

Zurzeit ist alles anders. Drei Gewinnwarnungen innerhalb von einem Jahr sorgten für einen Ausverkauf in der Aktie. Gerry Weber gelang es nicht, die Margen im internationalen Geschäft zu halten. Dabei wurde im Vorfeld noch von vielen Analysten der Kauf empfohlen.

Eine Fehleinschätzung, wie man im Nachhinein erkennen musste. Vorwürfe von Analysten wurden laut, dass Gerry Weber durch den Kauf von Hallhuber nur verschleiern wollte, dass das eigene Geschäft nicht läuft. Weitere schlechte Nachrichten sind hier nicht ausgeschlossen. Die Performance der Aktie lag nach 6 Monaten bei einem Minus von 38,6%.

150701 Gerry Weber

 

windeln.de in der Gunst der Analysten?

Das Unternehmen ist noch recht neu am Markt und musste schon herbe Verluste verbuchen. Seit dem ersten Handelstag der Aktie Anfang Mai ging es bis Ende Juni bereits um 36,9% nach unten.

Auffällig ist, dass sich nunmehr zunehmend positive Kommentare von Analysten verbreiten. Auffällig deshalb, weil genau diese Analysten aus Häusern stammen, die mit dem Börsengang von windeln.de gutes Geld verdient haben. Genauer gesagt handelt es sich um Empfehlungen von Goldman Sachs und der Deutschen Bank, beide zudem auch noch Großaktionäre von windeln.de. Hier sollte man sich eher sein eigenes Bild machen, um es vorsichtig auszudrücken.

150701 windeln

 

Bilfinger – Spitzenreiter bei Gewinnwarnungen

Zu den Werten, die eher enttäuschten zählt auch Bilfinger. Der Baukonzern musste dabei nicht nur im vergangenen Geschäftsjahr herbe Verluste einsacken. Auch der Start in das laufende Jahr verlief nicht zur Freude von Vorstand und Aktionären.

Mehrere Gewinnwarnungen waren die Folge dieses Geschäftsverlaufes und ließen die Aktionäre in Scharen aus dem Wert fliehen. Hoffnung machten kürzlich ergatterte neue Großaufträge, dass sich das Blatt noch wenden kann. Aber:

Auch der neue Konzernchef zog die Reißleine und verkündete die Trennung von der Kraftwerkssparte. Analysten warnen hier jedoch zur Vorsicht, es könnte eine Kapitalerhöhung ins Haus stehen. Insgesamt gab der Aktienkurs innerhalb des 1. Halbjahres um 23,2% nach.

150701 Bilfinger

 

RWE – Vertrauen geht weiter verloren

RWE hat sich anscheinend von dem noch in Erinnerung stehenden Atomunglück in Japan immer noch nicht erholt. Die Aktien sind weiter im Sinkflug und dem Markt fehlt es hier deutlich an Vertrauen.

Die Abschaltung von den ältesten Atomkraftwerken in Deutschland ebenso wie die beschlossene Energiewende der Bundesregierung belastet zusätzlich die Energiekonzerne und daher eben auch RWE. Da hilft dann auch eine noch ansehnliche Dividendenrendite unter dem Strich nicht, um Aktionäre anzulocken. Ein Minus von 21,5% ist daher die Bilanz nach dem 1. Halbjahr.

150701 RWE

 

Lufthansa am Boden

Fluglinien stehen in harter Konkurrenz zueinander. Die Lufthansa erwischte dazu noch der Streik ihrer Piloten, was neben einem Vertrauensverlust auch noch zu hohen Belastungen auf der Kostenseite führte.

Dazu kommt, dass Billigfluganbieter die Preise drücken und den einen oder anderen Kunden von der Konkurrenz abwerben. Viel tun mussten diese aufgrund der vielen Streikrunden bei der Lufthansa dafür nicht. Die Kunden kamen von ganz allein. Und selbst, wenn man sich mit den Piloten auf eine Einigung verständigen sollte, droht das nächste Ungemach. Demnächst könnte das Kabinenpersonal in den Streik treten, dann blieben die Flieger wieder am Boden.

Die Aktie der Lufthansa verbuchte in der Bilanz nach dem 1. Halbjahr ein Minus von 16,4% und das könnte damit noch nicht das Ende sein.

150701 Lufthansa

 

Hier geht es zu den Top 5 der Gewinner im 1. Halbjahr

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