Deutsche Bahn: Vorstandsumbau und Zukunftssorgen

Bei der Deutsche Bahn AG wird es selten langweilig. Kaum ein Unternehmen in Deutschland wird von Kunden und Medien so kritisch betrachtet wie der rund 300.000 Mitarbeiter große Konzern mit Hauptsitz in Berlin. Während der vermeintlich schlechte Service des Unternehmens häufig ein Stammtisch-Thema ist, wird die wirtschaftliche Situation des Unternehmens oft aus den Augen verloren.

 

© Deutsche Bahn
© Deutsche Bahn

Derzeit bastelt Bahnchef Grube an einer Umstrukturierung des Konzerns. Neben dem Umbau des Vorstandes – inklusive des streitbaren Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla – werden bei der Deutschen Bahn in den kommenden Jahren wohl auch strukturelle Veränderungen notwendig sein. Denn die Gewinnziele für das aktuelle und die kommenden Jahre gelten jetzt schon eher als unrealistisch.

 

Deutsche Bahn: Neuer Vorstand, neuer Schwung?

Die Planungen für den Umbau des Konzerns sind in vollem Gange. Inzwischen ist herausgesickert, dass Rüdiger Grube den Vorstand insgesamt verkleinern möchte. Der Bahnchef schenkt wohl auch Ronald Pofalla das Vertrauen. Dieser soll Vorstandsmitglied werden, zuständig für den Bereich „Datenschutz, Recht und Regeltreue“.

Darüber hinaus dürfte Bahnchef Grube bald weitere Reformideen bekannt geben. Und diese hat die Deutsche Bahn AG durchaus auch nötig, denn die Liste der Aufgaben und Probleme ist lang. Nur ein paar Beispiele: Viele Umsatz- und Gewinnziele (unter anderem vier Mrd. Euro Gewinn in 2020) sind wohl nicht mehr zu erreichen, die Bahn hat noch kein richtiges Konzept gegen die Fernbus-Konkurrenz gefunden und das Schienennetz muss dringend saniert werden.

 

Deutsche Bahn Aktie für Anleger? Vorerst keine Kapitalprivatisierungs-Pläne mehr

Die Deutsche Bahn AG ist weiterhin ein Staatsunternehmen, denn 100 Prozent der Aktien sind im Besitz des Bundes. Zwischen 2006 und 2008 schien sich das zu ändern: Die Bahn strebte einen Börsengang und somit die Teilprivatisierung des Unternehmens an. Doch die Finanzkrise 2007/2008 machte der DB einen Strich durch die Rechnung – der Börsengang wurde zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.

2011 sagte die Deutsche Bahn AG die Kapitalprivatisierung dann ganz ab und zuletzt betonten Konzernchef Grube und Co. immer wieder, dass es derzeit keine Pläne für einen erneuten Anlauf gibt. Anleger werden sich also weiterhin gedulden müssen, bis sie Deutsche Bahn Aktien kaufen können.

%d Bloggern gefällt das: