Deutsche Bank: 39 Prozent Gewinnsprung in der Privatbank

Die Deutsche Bank erzielt den besten Quartalsgewinn seit 19 Jahren, doch die Aktie fällt. Analysten sehen Risiken im Investmentbanking.

Die Kernpunkte:
  • Höchster Vorsteuergewinn seit 2007
  • Privatbank mit starkem Neugeldzufluss
  • Investmentbanking belastet Gesamtergebnis
  • Fitch verbessert Ausblick auf positiv

Der beste Jahresauftakt seit fast zwei Jahrzehnten — und die Aktie gibt trotzdem nach. Diese Diskrepanz erklärt, warum die Zahlen der Deutschen Bank für Donnerstag eine gemischte Botschaft liefern.

Starke Zahlen, aber ein Wermutstropfen

Im ersten Quartal 2026 stiegen die Nettoerlöse um 2 Prozent auf 8,67 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern kletterte um 7 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro — das beste Ergebnis in einem Auftaktquartal seit 2007. Unterm Strich blieben 2,17 Milliarden Euro Nettogewinn, ein Plus von 8 Prozent.

Besonders die Privatbank überzeugte. Der Vorsteuergewinn dort stieg um 39 Prozent auf 681 Millionen Euro. Die Nettozuflüsse an Neugeldern verdoppelten sich nahezu auf 11 Milliarden Euro. Das Asset Management legte ebenfalls stark zu: Gewinnplus von 37 Prozent auf 279 Millionen Euro.

Investmentbanking und Risikovorsorge bremsen

Das Investmentbanking lieferte ein zwiegespaltenes Bild. Die Nettoerlöse stagnierten bei 3,37 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn sank um 7 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Getragen wurde die Sparte vor allem durch starkes FICC-Handelsgeschäft — genau das macht Analysten nervös.

RBC Capital Markets behält das Rating „Outperform“ mit Kursziel 35 Euro. Die Bank warnt aber, dass das erste Quartal den operativen Höhepunkt des Jahres markieren könnte. Die ungewöhnlich starken FICC-Erlöse schaffen eine hohe Messlatte für die Folgequartale.

Hinzu kommt: Die Risikovorsorge stieg um 10 Prozent auf 519 Millionen Euro. Haupttreiber waren Belastungen im Gewerbeimmobilienbereich. Die harte Kernkapitalquote lag mit 13,8 Prozent leicht unter den Erwartungen mancher Marktteilnehmer.

Fitch hebt Ausblick an

Positiv: Ratingagentur Fitch hob den Ausblick für das langfristige Emittentenausfallrating von „stabil“ auf „positiv“ an. Das Rating selbst bleibt bei „A-„. Fitch begründet den Schritt mit verbesserter Rentabilität und einem ausgewogeneren Ertragsprofil.

Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 12,7 Prozent. Das Ziel von über 13 Prozent bis 2028 rückt näher — ist aber noch nicht erreicht.

CEO Christian Sewing bekräftigte das Erlösziel von rund 33 Milliarden Euro für 2026. Die Bank profitiert von internationaler Diversifizierung und hohen EZB-Leitzinsen. Das verringert die Abhängigkeit von der schwachen deutschen Binnenkonjunktur.

An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 26,45 Euro — rund 22 Prozent unter dem Jahreshoch von 33,81 Euro aus dem Januar. Das Fitch-Upgrade und der starke Quartalsbericht haben den Abwärtstrend seit Jahresbeginn bislang nicht gebrochen. Ob das Erlösziel von 33 Milliarden Euro hält, hängt maßgeblich davon ab, wie robust das FICC-Geschäft in den kommenden Quartalen bleibt.

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