Deutsche Bank Aktie: Bringen bessere Zahlen neuen Schwung?

Die Deutsche Bank präsentierte für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Anstieg des Gewinns nach Steuern in Höhe von 818 Mio. Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielte der Konzern gerade einmal 238 Mio. Euro. Damit lag die Eigenkapitalrendite nach Steuern bei 5,7% nach 2,1% im Vorjahr.

 

© Deutsche Bank
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Analysten wurden mit diesem Ergebnis dennoch enttäuscht. Denn man erwartete im Vorfeld einen Nettogewinn von 842 Mio. Euro. Unter dem Strich hätte der Gewinn wahrscheinlich noch viel höher ausfallen können, wenn man die hohen Kosten für Rechtsstreitigkeiten mit in Betracht zieht. Auch die Aufwendungen für den Umbau von Deutschlands größter Privatbank belasten weiterhin.

 

Strategie 2020 lautet die Devise

Mit Spannung war erwartet worden, ob der neue Vorstandschef John Cryan Details hinsichtlich der künftigen Strategie bekannt gibt. Im Vorfeld hatte dieser die Bekanntgabe dieser auf den Oktober verschoben, was bei vielen Anlegern für einigen Unmut sorgte.

Es wurde jedoch bekannt, dass Cryan seinen Mitarbeitern mit einem Brief bereits Einschnitte angekündigt hat, vor allem im Handelsgeschäft. Damit gelten auch Stellenstreichungen als wahrscheinlich.

Mit Vorlage der Quartalszahlen sprach Cryan auch die gegenwärtigen Herausforderungen an. Diese sieht er vor allem in zu hohen Kosten, anhaltend hohen Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten und zu bilanzintensive Geschäfte.

Die Strategie 2020 will diese Themen angehen und vor allem muss die Deutsche Bank wieder effizienter werden. Dazu will man künftig genauer hinschauen, mit wem man Geschäfte macht.

 

Hohe Rechtskosten belasten Deutsche Bank

Der Gewinn vor Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 34% auf 1,2 Mrd. Euro. Durch positive Wechselkurse und Wachstum in den einzelnen Bereichen konnten die Konzernerträge um 17% auf 9,2 Mrd. Euro gesteigert werden.

Gleichzeitig stiegen die zinsunabhängigen Aufwendungen der Deutschen Bank um 17% gegenüber dem Quartal des Vorjahres auf 7,8 Mrd. Euro. Mit 1,2 Mrd. Euro belasteten Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten das Budget. Entsprechende bilanzielle Rücklagen lagen zum Ende des 2. Quartals bei 3,8 Mrd. Euro.

 

Kehrt das Vertrauen zurück?

Die Deutsche Bank kämpfte in den vergangenen Jahren mit dem schwindenden Vertrauen sowohl bei Anlegern als auch bei Kunden. Es wurde viel geredet, aber die Ergebnisse stellten den Markt meist nicht zufrieden.

Jetzt muss Konzernchef Cryan alle offenen Baustellen angehen, um verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Ob die Verkündung von Details zur Strategie 2020 im kommenden Oktober hierzu beiträgt, muss vorerst abgewartet werden.

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Das Dilemma der Deutschen Bank zeigt sich auch anhand des Aktienkurses. Nach einer Aufwärtsphase von Januar bis Anfang April musste die Aktie in den Monaten danach wieder deutliche Verluste hinnehmen. Mitte Juli ging es dann wieder um einiges aufwärts, gefolgt von einer erneuten Korrektur.

Gestern konnte die Aktie um gut 1% im Vorfeld der Quartalszahlen zulegen. Dies könnte heute noch etwas verstärkt werden, da die Zahlen im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres doch deutlich besser ausgefallen sind, was Anleger honorierten sollten.

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