Deutsche Bank Aktie: Ermittlungen überschatten Bilanz
Die Deutsche Bank legt Jahreszahlen vor, während eine Razzia wegen verspäteter Geldwäsche-Meldungen den Börsentag überschattet und das Vertrauen der Anleger auf die Probe stellt.

- Razzia in der Zentrale wegen Verdachts auf Geldwäsche
- Jahresbilanz 2025 unter besonderer Beobachtung
- Aktienkurs deutlich unter Jahreshoch, aber langfristig im Plus
- Tochter DWS übertrifft eigene Erwartungen
Kurz vor der Präsentation der Jahreszahlen gerät die Deutsche Bank durch eine Durchsuchung ihrer Frankfurter Zentrale unter zusätzlichen Druck. Im Raum steht der Verdacht, dass Geldwäsche-Hinweise zu spät gemeldet worden sein könnten. Heute muss das Management nicht nur Zahlen liefern, sondern auch Vertrauen.
Razzia in Frankfurt: Hintergrund der Ermittlungen
Am Mittwoch haben die Frankfurter Staatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt Geschäftsräume der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Die Ermittler gehen Hinweisen auf möglichen Geldwäscheverstoß nach.
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Konkret geht es um Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, denen Geldwäsche vorgeworfen wird. Die Bank steht im Verdacht, Verdachtsmeldungen in diesem Zusammenhang verspätet an die zuständigen Behörden weitergeleitet zu haben. Die Ermittlungen richten sich laut Staatsanwaltschaft gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter.
Die Meldung über die Razzia belastete den Kurs unmittelbar. Die Aktie schloss gestern bei 32,87 Euro und liegt damit rund 17 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 39,66 Euro, bleibt aber auf Sicht von zwölf Monaten klar im Plus.
Bilanztag unter besonderem Vorzeichen
Heute legt die Deutsche Bank die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Unter normalen Umständen wäre der Fokus klar: Gewinnentwicklung, Kosten, Kapitalquote, Fortschritte in den Kernsparten. Nun rückt ein anderer Punkt in den Mittelpunkt: Wie überzeugend kann der Vorstand die Geldwäschevorwürfe einordnen?
Mehrere Faktoren sind für den Markt entscheidend:
- Wie stark sind Ertrags- und Gewinnentwicklung 2025 im Vergleich zum Vorjahr?
- Welche Aussagen trifft das Management zu den laufenden Ermittlungen?
- Welche Erwartungen formuliert der Vorstand für das Geschäftsjahr 2026?
- Ob die internen Kontroll- und Compliance-Strukturen adressiert werden.
Im Vorfeld waren die Erwartungen an den Gewinn klar positiv: Analysten rechneten damit, dass das Institut sein Ergebnis für 2025 deutlich gesteigert hat. Die aktuelle Lage könnte nun darüber entscheiden, ob diese operativen Fortschritte auch an der Börse durchschlagen oder von den rechtlichen Risiken überdeckt werden.
Kursbild und Kennzahlen: Zwischen Aufholjagd und Unsicherheit
Trotz der jüngsten Belastung durch die Ermittlungen fällt der Blick auf die längerfristige Kursentwicklung vergleichsweise robust aus. Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie rund 70 % zugelegt. Gleichzeitig zeigt der Abstand von gut 17 % zum 52-Wochen-Hoch, dass die Euphorie der vergangenen Monate einer vorsichtigeren Haltung gewichen ist.
Einige markante Kennzahlen zur Einordnung:
- Schlusskurs gestern: 32,87 Euro
- Veränderung 12 Monate: +70,23 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -17,13 %
- Abstand zum 52-Wochen-Tief (17,85 Euro): +84,12 %
- 200-Tage-Durchschnitt: 29,45 Euro (Aktie rund 11,6 % darüber)
- RSI (14 Tage): 55,9 (neutraler Bereich)
Der Kurs pendelt aktuell nahe dem 50-Tage-Durchschnitt von 32,84 Euro. Das signalisiert, dass der Markt nach der starken Erholung der vergangenen zwölf Monate und vor den Zahlen eher abwartend agiert. Die hohe 30-Tage-Volatilität von über 77 % unterstreicht zudem, wie schnell die Stimmung kippen kann.
Lichtblick DWS: Positive Nachrichten aus dem Konzernumfeld
Parallel zu den Ermittlungen kommt Unterstützung aus dem Konzernumfeld. Die Fondstochter DWS, an der die Deutsche Bank eine Mehrheitsbeteiligung hält, hat am Mittwochabend überraschend starke Signale gesendet.
Die wichtigsten Punkte:
- Die Ziele für das Geschäftsjahr 2025 wurden übertroffen.
- Die Mittelfristziele wurden angehoben.
- Der Gewinn je Aktie soll bis 2028 jährlich stärker wachsen als bislang geplant.
Diese Aussagen unterstreichen die Ertragskraft des Asset-Management-Geschäfts. Für die Deutsche Bank ist das strategisch relevant, weil stabile, gebührenbasierte Erträge einen Ausgleich zu volatileren Bereichen wie dem Investmentbanking schaffen können.
Fazit: Bilanztag wird zum Vertrauenscheck
Die Deutsche Bank geht mit einer gemischten Ausgangslage in den heutigen Bilanztermin: operative Stärke im Konzernumfeld, aber neue rechtliche Risiken durch die Geldwäscheermittlungen. Kurzfristig dürfte weniger die exakte Höhe des 2025er-Gewinns entscheidend sein, sondern wie klar und glaubwürdig der Vorstand die Vorwürfe adressiert und welchen Ausblick er für 2026 gibt.
Aus Marktsicht wird besonders wichtig sein, ob trotz der Ermittlungen der Eindruck bestehen bleibt, dass der eingeschlagene Erholungskurs intakt ist. Gelingt dieser Vertrauenscheck, könnte die starke operative Basis – unterstützt durch die positive Entwicklung bei DWS – den Titel wieder näher an die Hochs der vergangenen zwölf Monate heranführen.
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