Deutsche Bank Aktie: Sewing mahnt Reformtempo an

Christian Sewing verlangt schnellere Reformen, kritisiert den Tankrabatt und warnt vor politischen Risiken für den Wirtschaftsstandort.

Die Kernpunkte:
  • Sewing drängt auf weniger Bürokratie
  • Kündigungsschutz soll flexibler werden
  • Altersvorsorgedepot findet Sewings Zustimmung
  • Deutsche Bank Research senkt flatexDEGIRO-Kursziel

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat der Bundesregierung ein gemischtes Zeugnis ausgestellt. Sie habe zwar erkannt, was zu tun sei, sagte er der „Bild am Sonntag“. Bei Tempo und Konsequenz müsse Berlin aber besser werden. Die Aktie notiert am Montagvormittag im Xetra-Handel zeitweise 1,24 Prozent fester bei 30,29 Euro.

Kündigungsschutz als Reformfeld

Sewing fordert, die Bürokratie „substanziell zurückzufahren“. Zudem müsse man auch an Dinge heran, „die uns allen lieb geworden sind“, nämlich den Kündigungsschutz. In einer schnelllebigen Welt brauche es mehr Flexibilität und die Möglichkeit, schneller zu reagieren.

Die bereits beschlossene Lockerung für Beschäftigte mit einem Einkommen über 180.000 Euro nennt er einen richtigen ersten Schritt. Die Grenze solle aber „etwas weiter nach unten“ rücken. Kompromisse sieht er skeptisch: Man dürfe sich nicht immer darauf einlassen.

Warnung vor politischen Risiken

Deutlich schärfer fällt Sewings Urteil über die politische Lage aus. Er nennt die Entwicklungen „brandgefährlich“ und sieht ein erhebliches Risiko für den Wirtschaftsstandort. Ob mit Blick auf Sachsen-Anhalt und die AfD oder auf die Vorgänge in Berlin: Das sei weder wirtschaftsförderlich noch investitionsfreundlich. Reformen aus der demokratischen Mitte seien die einzige Antwort auf die politischen Ränder.

Das neue Altersvorsorgedepot, das zum Jahreswechsel startet, lobt er. Sein größter Wunsch an die Regierung: Rentenreform und Depot genauso durchzusetzen, wie sie vorgeschlagen wurden. Jede Verwässerung sei schwierig.

Den Tankrabatt lehnt Sewing dagegen ab. Er rechnet nicht damit, dass sich die Lage im Mittleren Osten rasch beruhigt, und hält die Maßnahme angesichts der Staatsschulden für nicht dauerhaft tragbar. Man könne nicht immer obendrauflegen.

Research-Seite: flatexDEGIRO abgestuft

Auch die Analysten des Hauses sorgten am Montag für eine Meldung. Deutsche Bank Research stufte flatexDEGIRO von „Buy“ auf „Hold“ ab und senkte das Kursziel von 46 auf 31 Euro. Analystin Mengxian Sun verweist auf ein nachlassendes Kundenwachstum des Online-Brokers.

Die Handelsaktivitäten und Barbestände der Nutzer normalisierten sich zudem. Steigender Wettbewerb könnte die Kosten für die Neukundengewinnung nach oben treiben.

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