Deutsche Bank Aktie: Tarifstreit um KI-Schutz

Im Tarifkonflikt lehnen Arbeitgeber Verdis Vorschläge zu KI-Regeln und zusätzlichen freien Tagen ab; die Deutsche-Bank-Aktie gibt leicht nach.

Die Kernpunkte:
  • Arbeitgeber weisen mehrere Verdi-Forderungen zurück
  • Sechs Prozent mehr Gehalt gefordert
  • KI-Regeln und freie Tage umstritten
  • Deutsche-Bank-Aktie verliert 0,45 Prozent

Im Tarifstreit des privaten Bankgewerbes liegen Arbeitgeber und Gewerkschaft weit auseinander. Bei der zweiten Verhandlungsrunde in Berlin lehnten die Arbeitgeber mehrere Forderungen von Verdi pauschal ab. Das betrifft auch die Branchengrößen, darunter die Deutsche Bank.

Was Verdi fordert, was die Arbeitgeber ablehnen

Die Gewerkschaft verlangt sechs Prozent mehr Entgelt und begründet das mit der steigenden Inflation. Die Arbeitgeber nannten die Forderung „deutlich zu hoch“, signalisierten aber Bereitschaft zu einem fairen Ausgleich.

Dazu kommen zwei strukturelle Punkte. Verdi will den Einsatz künstlicher Intelligenz tarifvertraglich regeln, mit verbindlichen Vereinbarungen zu Personalplanung und Qualifizierung. Außerdem sollen Beschäftigte Gehaltsbestandteile in bis zu 20 zusätzliche freie Tage pro Jahr umwandeln können.

Verhandlungsführer Thomas A. Lange erteilte verschärften Kündigungsschutzregeln eine klare Absage. Für Transformationsprozesse brauchten die Unternehmen keine tarifliche Nachhilfe. Das Freizeitmodell stieß auf „Unverständnis“: Es entspreche einer Arbeitszeitverkürzung von fast zehn Prozent und stelle jede seriöse Personalplanung infrage. Die Arbeitgeber warnen vor Kapazitätsproblemen in vielen Bereichen.

Aktie am Donnerstag leicht im Minus

An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die Aktie der Deutschen Bank notierte am Nachmittag auf Tradegate bei 29,87 Euro und gab 0,45 Prozent nach. Marktbeobachter dürften den Tarifstreit zunächst als Randthema werten, da ein Abschluss ohnehin erst nach weiteren Runden zu erwarten ist.

Das Analystenbild ist dagegen freundlich. Die Kursziele der zuletzt erfassten sieben Analysten reichen von 36 bis 43 Euro. Nur einer von ihnen rät zum Halten. Zuletzt zahlte die Bank eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie.

Nächste Termine

Die Tarifgespräche gehen am 2. November in Frankfurt weiter, eine dritte Runde ist für den 23. November in Berlin angesetzt. Schon zuvor, am 28. Oktober, legt die Deutsche Bank ihre Quartalszahlen vor.

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