Deutsche Bank Aktie: Widerspruch mit System
Die Deutsche Bank baut ihr Engagement im als riskant eingestuften Private-Credit-Markt weiter aus, während sie gleichzeitig vor dessen Gefahren warnt. Das Portfolio wuchs auf 26 Milliarden Euro.

- Private-Credit-Exposure auf 25,9 Milliarden Euro gestiegen
- Aktienkurs verlor im laufenden Jahr rund 24 Prozent
- CEO Sewing betont bisherige Stabilität des Portfolios
- Bank hält an Wachstumsstrategie für 2026 fest
Die Deutsche Bank warnt vor den Risiken des Private-Credit-Marktes — und baut ihr Engagement dort gleichzeitig weiter aus. Dieser Widerspruch steht im Mittelpunkt der aktuellen Debatte um Europas größtes Geldhaus.
26 Milliarden Euro in einem Segment unter Druck
Im Jahresbericht 2025 legte die Bank ein Private-Credit-Exposure von 25,9 Milliarden Euro offen — ein Anstieg gegenüber 24,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Das entspricht rund fünf Prozent des gesamten Kreditbuchs. Besonders auffällig: Das Exposure gegenüber Technologiekreditnehmern, darunter Softwareunternehmen, stieg von 11,7 auf 15,8 Milliarden Euro.
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Das Timing der Offenlegung war ungünstig. Sie fiel zusammen mit einem Hinweis auf mögliche Rechtskosten von einer Milliarde US-Dollar — und löste einen Kursrückgang von 6,1 Prozent an einem einzigen Handelstag aus. Im laufenden Jahr verlor die Aktie rund 24 Prozent, liegt mit 25,39 Euro deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 33,81 Euro.
Der Druck auf den Private-Credit-Markt kommt von mehreren Seiten: Fondsrücknahmen, verschärfte Prüfung von Kreditvergabestandards und die Frage, wie robust bestimmte Kreditnehmer im Softwarebereich angesichts des KI-Vormarschs wirklich sind. Die Bank selbst bezeichnet Private Credit im Jahresbericht als „wesentliches Risiko“.
Management hält Kurs — trotz Gegenwind
Auf der Morgan-Stanley-Konferenz Mitte März stellte CEO Christian Sewing klar: Verluste im Private-Credit-Portfolio habe es bislang keine gegeben. Die Bank verweist auf konservative Kreditvergabestandards, regelmäßige Stresstests und aktives Monitoring unter dedizierten Risikorahmen.
Unter europäischen Instituten fällt die Deutsche Bank dennoch als Ausreißer auf. Rund 30 Prozent ihrer Kredite und Wertpapiere sind mit Investmentfirmen, Fonds und ähnlichen Einheiten verknüpft — weit über dem regionalen Durchschnitt von acht Prozent.
Trotz der Turbulenzen hält das Management an der Wachstumsstrategie fest. Für 2026 erwartet die Bank Konzernerträge von rund 33 Milliarden Euro, leicht oberhalb des Vorjahres. Das Private-Credit-Segment soll durch selektives regionales Wachstum und neue digitale Anlagelösungen weiter ausgebaut werden — eine Expansion in genau das Segment, vor dessen Risiken die Bank gleichzeitig warnt.
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