Deutsche Bank bekommt Riesen-Weihnachtsgeschenk

Kurz vor Jahresultimo kann das größte Privatinstitut Deutschlands einen Strich unter die wohl wichtigste und gefährlichste Rechtsstreitigkeit ziehen. Denn man hat sich mit dem US-Justizministerium auf entsprechende Strafzahlungen geeinigt, die wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise verhängt worden.

© Deutsche Bank

In den vergangenen Monaten stand die Deutsche Bank zeitweise sprichwörtlich vor dem Abgrund. Denn die Amerikaner waren in die Verhandlungen mit der Mega-Forderung von 14 Milliarden Dollar gegangen. Dies hätte die Bank faktisch unter jedem vernünftigen Szenario nicht aufbringen können, zumal zum Zeitpunkt der ersten Forderung die Marktkapitalisierung fast auf gleichem Niveau lag.

In den folgenden Monaten wurde viel darüber spekuliert, ob die Deutsche Bank versucht, eine Kapitalerhöhung durchzuführen, Assets zu verkaufen oder ob es ihr eben gelingt, die Forderung deutlich zu verringern. Nun kommt sie mit den sprichwörtlichen zwei blauen Augen davon. Denn man hat sich mit den amerikanischen Behörden darauf geeinigt, dass man insgesamt 7,2 Milliarden Dollar zahlt. Davon sind 3,1 Milliarden Dollar eine Zivil-Strafe und 4,1 Milliarden Dollar sind Erleichterungen für Verbraucher.

Natürlich sind 7,2 Milliarden Dollar kein Pappenstiel. Zumal die Deutsche Bank bislang für alle Rechtsstreitigkeiten zusammen nur rund 5,5 Milliarden Dollar bisher zurückgelegt hat, wobei ein weiterer Brocken in Russland noch ungeklärt ist. Dennoch wird die Einigung natürlich am Markt extrem positiv bewertet. Denn letztlich war das US-Verfahren wirklich existenzbedrohend und nun kann dieses de facto zu den Akten gelegt werden.

Der erreichte Vergleich wird natürlich an der Börse gefeiert. So ist die Aktie der Deutschen Bank heute mit Abstand Spitzenreiter im DAX. Fraglich bleibt allerdings, ob sie nun auch die Kraft aufbringt, um den Widerstand bei rund 18,85 Euro zu überwinden.

 

sentifi.com

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