Deutsche Bank bilanziert höheren Verlust als erwartet

Bei der größten deutschen Privatbank dominierten auch im Schlussquartal des letzten Geschäftsjahres die Minus-Vorzeichen. Dabei enttäuschte die Deutsche Bank hinsichtlich der Höhe des ausgewiesenen Verlustes Markt und Analysten, was an der Börse zu kräftigen Einbußen in der Aktie führt.

Unter dem Strich wies die Deutsche Bank für das vierte Quartal 2016 einen Nettoverlust von 1,9 Milliarden Euro aus. Dies war zwar leicht besser als die 2,1 Milliarden Euro Verlust aus dem Vorjahreszeitraum. Doch im Markt hatte man zuvor geschätzt, dass der Verlust auf 1,15 Milliarden Euro begrenzt werden könnte.

Rechtskosten belasten

Ganz überraschend kam das deutliche Minus nicht. Denn die Bank hatte bereits nach der jüngsten Einigung mit dem US-Justizministerium wegen windiger Hypothekengeschäfte gewarnt, dass das vierte Quartal von einer Milliardenbelastung geprägt sein dürfte.

Vor Steuern betrug der Verlust 2,4 Milliarden Euro nach 2,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Hier lagen die Analystenschätzungen bei einem Verlust von nur 1,4 Milliarden Euro. Belastet wurde das Ergebnis vor allem aus Wertminderungen (vor allem Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des britischen Versicherers Abbey Life), Kosten aus Rechtsstreitigkeiten, Risikoabbau und Restrukturierung. Die Belastungen summierten sich insgesamt auf 2,9 Milliarden Euro. 1,6 Milliarden Euro entfielen dabei allein auf Rechtskosten und 1 Milliarde Euro auf Abschreibungen.

Dank des Verkaufs der bisherigen Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank Bank konnten die Erträge um 6 % auf 7,07 Milliarden Euro erhöht werden. Dies war leicht besser als die 7,01 Milliarden Euro, die erwartet worden waren. Rechnet man die Sondererträge allerdings raus, blieb ein Rückgang um 5 %, im Gesamtjahr sogar um 10 % auf 30 Milliarden Euro übrig. Der Verlust im Gesamtjahr summierte sich auf 1,4 Millionen Euro nach einem Minus von 6,8 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Deutsche Bank hofft auf Besserung in 2017

Auch wenn der Quartalsbericht im Großen und Ganzen schwach ausfiel, konnte die Deutsche Bank letztlich noch zwei positive Aspekte aufzeigen. Zum einen verbesserte sich zum Jahresende die sogenannte harte Kernkapitalquote von zuvor 11,1 % auf 11,9 %. Zum anderen stellte das Kreditinstitut für das neue Jahr bessere Ergebnisse in Aussicht.

Dabei will man insbesondere steigende Einnahmen verbuchen können. Außerdem rechnet man damit, die Risikovorsorge wieder etwas zurückführen zu können. Außerdem sollen die Kosten aus Rechtsstreitigkeiten gegenüber den beiden Vorjahren deutlich. Schaut man auf den bisherigen Nachrichtenfluss, könnte das durchaus gelingen.

Heute allerdings zeigen sich viele Anleger fast schon geschockt von den Zahlen. Die Aktie trägt derzeit mit einem Minus von fast 6 % mit großem Abstand die rote Laterne im DAX. Kleiner Lichtblick für Charttechniker: Zumindest wird die Unterstützung durch die 50-Tage-Linie noch nicht getestet.

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