Deutsche Bank: Die Nervosität bleibt

Die Aktie der Deutschen Bank erwischt einen denkbar schlechten Start in die neue Börsenwoche. Aktuell ist sie mit einem Verlust von rund 3 % das Schlusslicht im DAX. Was vor allem daran liegt, dass der Vorstandsvorsitzender John Cryan immer noch keine Einigung mit den US-Behörden vorweisen kann.

© Deutsche Bank
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In der vergangenen Woche konnte sich die Aktie des Geldinstitutes deutlich von ihren Tiefs erholen. Diese hatten zeitweise sogar schon unter 10 € gelegen. Doch Gerüchte, dass sich das Bankhaus mit dem US-Justizministerium auf eine deutliche Reduzierung der bislang angedrohten Strafe geeinigt habe, hatten den Kurs wieder beflügeln können. Davon spricht zum Wochenanfang niemand mehr.

Deutsche Bank kann noch keinen Verhandlungserfolg vorweisen

Denn CEO Cryan musste am Freitag letzter Woche unverrichteter Dinge wieder nach Hause fliegen. Damit stehen die 14 Milliarden $ Strafe, die das Justizministerium ursprünglich gefordert hat, immer noch im Raum.

Wenig hilfreich dabei war auch eine Neueinschätzung der Ratingagentur Standard & Poor‘s. Diese hatte zwar das Rating der Deutschen Bank mit BBB+ bestätigt. Das ist immerhin noch Investmentgrade und spricht aus Sicht der Kreditanalysten für eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Bank ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Doch der Ausblick für das Rating liegt weiterhin bei negativ, was auf Sicht der nächsten sechs Monate eine Herabstufung bedeuten könnte.

Aktie hängt von Amerika ab

Doch was den Börsianern besonders negativ aufstieß, war die Einschätzung von Standard & Poor‘s, dass selbst eine reduzierte Strafe immer noch die aktuellen Rückstellungen der Deutschen Bank übersteigen könnten. Damit wären im Ergebnis weiterhin Kapitalmaßnahmen nötig. Im Topf der Optionen, die das Bankhaus hier nutzen könnte, liegen weiterhin eine Kapitalerhöhung, Assetverkäufe oder Staatshilfen.

Für die Aktie kommt es nun darauf an, dass sich der schlechte Wochenstart nicht wieder in ein Abwärts-Momentum verwandelt. Dazu braucht es aber endlich wieder positivere Meldungen, die aktuell nur aus Amerika kommen können. Bis es dazu kommt, wird die Nervosität der Anleger sehr hoch bleiben.

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