Deutsche Bank: Hoffen auf Katar

Faktisch allen Marktbeobachtern und Analysten ist klar: Damit die Deutsche Bank die im Raum stehenden Strafen zahlen und dabei auch noch die Mindestanforderungen der Bankenaufsicht erfüllen kann, wird sie über kurz oder lang an einer Kapitalerhöhung nicht vorbeikommen. Dabei könnte der Großaktionär Katar eine Schlüsselrolle spielen.

© Deutsche Bank
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Bislang gilt auf Aktionärsseite der Investmentfonds der katarischen Königsfamilie als Fels in der Brandung. Der Fonds hatte erst im Juli seine Beteiligung an der Deutschen Bank auf knapp 10 % aufgestockt und hat inzwischen einen Vertreter im Aufsichtsrat. Dieser steht derzeit noch hinter dem Vorstandsvorsitzenden John Cryan und dem Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Deutsche Bank muss Großaktionär bei Laune halten

Damit das so bleibt, muss die Deutsche Bank einiges tun, um den Großaktionär bei Laune zu halten. Denn wenn dieser sich einer späteren Kapitalerhöhung verweigern würde, hätte das auch Signalwirkung an andere Investoren. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sich die Anleger bei der Deutschen Bank vorerst auf geringe bis keine Gewinne einstellen müssen.

Denn das Kreditinstitut ist gezwungen, weiter Kosten einzusparen. Der inzwischen verkündete Einstellungsstopp kann hierbei nur einen Bruchteil der nötigen Maßnahmen darstellen. Ein Abbau des Personals ist ebenfalls eine Maßnahme, die erst nach einiger Zeit Wirkung entfaltet, zuerst aber mehr kostet.

Ein Vermittlungsproblem

Damit steht die Deutsche Bank neben der Bereinigung der zahlreichen Rechtsrisiken, insbesondere aktuell in Amerika und in Russland, vor allem vor einer Herausforderung: Wie kann den Investoren glaubhaft vermittelt werden, dass sich das Bankhaus auf dem Weg der Besserung befindet. Nur so wird sie letzten Endes auch entsprechende Kapitalmaßnahmen durchsetzen können.

Zum Anfang dieser Woche kann die Aktie der Deutschen Bank jedenfalls leicht hinzugewinnen. Das dürfte auch noch eine positive Folge der Quartalsberichte von den amerikanischen Wettbewerbern sein. Am Freitag hatten JP Morgen, Wells Fargo und die Citigroup überraschend gute Berichte präsentiert.

Keine Entwarnung

Heute ist die Bank auf Amerika dran und die Marktteilnehmer hoffen, dass sich der positive Trend weiter fortführt. So kann auch neben der Deutschen Bank die Commerzbank gegen den Markttrend zulegen. Entwarnung kann allerdings für beide Unternehmen noch nicht gegeben werden.

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