Deutsche Bank liefert überraschend erfreuliche Nachrichten

Wobei die neuesten News nicht direkt aus Frankfurt kommen. Vielmehr kann sich die größte deutsche Privatbank über eine neue Statistik der Nachrichtenagentur Bloomberg freuen. Diese hat sich den globalen Wertpapierhandel vorgenommen und dabei untersucht, wie sich die jeweiligen Marktanteile in den beiden großen Marktblöcken Amerika und Europa entwickelt haben.

© Deutsche Bank

Für europäische Banken ist das Ergebnis dabei wenig schmeichelhaft. Denn gegenüber den amerikanischen Konkurrenten haben die Europa-Banken weiter an Boden verloren. Die größten US-Banken konnten dagegen ihre Führungsposition im globalen Wertpapierhandel ausweiten und verfügen mittlerweile über einen Marktanteil von fast 60 %. Da diese Zahlen noch vor den Daten zum vierten Quartal zusammengetragen wurden, kann davon ausgegangen werden, dass hier inzwischen Werte über 60 % erreicht werden.

Europas Banken mit vielen Hausaufgaben

Das negative Kontrastprogramm liefern die europäischen Banken, die immer noch dabei sind, sich nach der Hypotheken-und Staatsschuldenkrise neu aufzustellen. Das betrifft zum einen die Eigenkapitalausstattung sowie zum anderen die Versuche, über das Abstoßen unrentabler Geschäftsbereiche die eigene Profitabilität wieder zu steigern. Hierbei gibt es zwar schon positive Ansätze, doch ist man längst nicht so weit wie die amerikanischen Wettbewerber.

Im Ergebnis mussten viele europäische Banken in den vergangenen Jahren Marktanteile abgeben. Dazu zählen unter anderem Barclays und die beiden Schweizer Institute UBS und Credit Suisse. Positive Ausnahme dabei überraschenderweise die Deutsche Bank.

Einzig die Deutsche Bank kann international im Handel mithalten

Denn dem Kreditinstitut gelang es sogar, im Aktienhandel Marktanteile hinzuzugewinnen. Derzeit liegt man hinter Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan auf dem vierten Platz in der Aktienhandel-Rangliste, in die auch der Derivatehandel eingerechnet wird, in dem die Deutsche Bank ebenfalls sehr stark ist. Im Anleihenhandel konnte die Deutsche Bank zumindest den Marktanteil halten und schneidet damit immer noch wesentlich besser ab als ihre europäischen Wettbewerber.

Natürlich gilt: Solch positive Marktdaten schließen die vorhandenen Risiken nicht aus. Das gilt insbesondere für die Rechtsstreitigkeiten, wo allerdings bekanntlich der größte Brocken inzwischen geklärt ist. Aber die gute Stellung im Wettbewerb ist eine interessante Positionsbeschreibung und immens wichtig für die Deutsche Bank bei ihrem Versuch, ihr operatives Geschäft wieder profitabler zu machen und zu neuem Wachstum zu bringen.

Aktie mit Verschnaufpause

Das spiegelt sich natürlich auch in der Aktie wieder. Das nur moderate Minus am heutigen Tag dürfte Resultat der positiven Marktanteils-Berichte sein. Grundsätzlich sehen wir hier gute Chancen, dass die Aktie auf ihrem Erholungskurs bleibt.

Dass sie sich seit einigen Wochen am Niveau um 18 Euro herum fest zu beißen scheint, ist nach den vorangegangenen Kursgewinnen durchaus nachvollziehbar. Zumal die Charttechnik hier impliziert, dass der nächste Schritt dann gleich ein großer in Richtung 23 / 24 Euro wäre. Da kann eine solche Konsolidierung wie aktuell durchaus als Unterstützung hilfreich sein.

Fazit: Wer investiert ist, sollte es unter den gegebenen Voraussetzungen bleiben. Neue Käufe würden wir erst über einem Niveau von 19 Euro für empfehlenswert halten.

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