Deutsche Bank mit Milliardenverlusten

Seit Jahren ist die Deutsche Bank sozusagen in der Krise und verordnet sich selbst eine „Heilkur“ nach der anderen. Entsprechende Erfolge blieben im Großen und Ganzen bisher jedoch aus.

 

© Deutsche Bank
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Gestern Abend veröffentlichte Deutschlands größte Privatbank nun erste Schätzungen für das vierte Quartal des letzten Geschäftsjahres. Danach fielen die Verluste im Gesamtjahr noch um einiges höher aus, als im Vorfeld von Analystenseite her erwartet worden war.

 

Deutsche Bank weitet Verluste aus

Für das vierte Quartal erwartet die Deutsche Bank Erträge von 6,6 Mrd. Euro. Der Verlust vor Steuern soll bei rund 2,7 Mrd. Euro liegen und der Verlust nach Steuern bei rund 2,1 Mrd. Euro.

Auf das gesamte Geschäftsjahr hin gesehen, werden Erträge in Höhe von 33,5 Mrd. Euro erwartet. Der Verlust vor Steuern wird bei rund 6,1 Mrd. Euro und der Verlust nach Steuern bei rund 6,7 Mrd. Euro gesehen.

 

Belastungen drücken das Ergebnis

Bereits im Oktober kündigte die Deutsche Bank an, mit einer Vielzahl von Sonderbelastungen zu rechnen, welche sich entsprechend negativ auf das Gesamtergebnis auswirken werden. Hier gab es im vierten Quartal jedoch noch eine Art Nachschlag.

Allein für erwartete Belastungen für Rechtsstreitigkeiten wurden 1,2 Mrd. Euro zurückgestellt, wovon ein Großteil voraussichtlich nicht steuerlich abzugsfähig sein wird. Dazu kommen Belastungen für Restrukturierungen und Abfindungen von 0,8 Mrd. Euro.

Neben diesen Belastungen wirkten sich weitere Abschreibungen im Investmentbanking und auch im Privatkundengeschäft negativ aus. Dazu kommen die Kosten für den laufenden Umbau der Deutschen Bank und Belastungen aus dem Abbau von Arbeitsplätzen. Insgesamt will man 9.000 Stellen streichen, wovon 4.000 auf den deutschen Markt entfallen.  azu kam ein schwacher Handel mit Wertpapieren.

 

Aktie weiter auf Talfahrt

Die Lage für die Banken in Deutschland ist nicht gerade rosig. Herrschende Unsicherheit an den Kapitalmärkten zieht auch die Papiere der Banken mit nach unten. Zugleich herrscht eine regelrechte Flucht der Anleger aus risikoreichen Anlagen.

Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Einstufung für die Aktien der Deutschen Bank weiter auf Neutral belassen. Allerdings wurde das Kursziel von 33,00 Euro auf 29,20 Euro gesenkt. Für die Deutsche Bank wurden die Annahmen bis 2019 um bis zu 9% gekürzt.

Anders schätzen die Experten vom Bankhaus Lampe die Situation ein. Hier sieht man für die Deutsche Bank durchaus Turnaround-Potenzial und empfiehlt die Aktie weiter zum Kauf.

160121 Deutsche Bank

Den gestrigen Handelstag beendeten die Papiere der Deutschen Bank mit einem Minus von mehr als 6%. Nachbörslich kam es zu weiteren Verlusten. Bei Lang & Schwarz beispielsweise ging es bis auf 17,67 Euro abwärts.

Der Blick auf den Chart zeigt das Desaster mehr als deutlich. Damit steckt die Aktie auf die letzten fünf Jahre gesehen auf einem absoluten Tiefpunkt und der Boden scheint hier noch nicht gefunden zu sein. Absicherung scheint somit Pflicht zu sein.

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