Deutsche Bank: Welche Rolle bei Branchenfusionen?

Christian Sewing, seines Zeichens Vorstandschef der Deutsche Bank, hat derzeit wohl den schlechtesten Job in der gesamten Bankbranche.

Einerseits muss er Deutschlands größte Privatbank faktisch sanieren, was auch umfangreiche Entlassungen bedeutet. Andererseits muss er dem Kapitalmarkt eine neue Wachstumsstory präsentieren, um aus der Kurs-Talsohle herauszukommen. Denn ein einstelliger Aktienkurs ist für die Deutsche Bank nicht nur ein Eingeständnis der Schwäche, sondern auch höchst gefährlich bezüglich möglicher Übernahmeversuche anderer Wettbewerber.

Ein europäischer Branchenchampion muss her

Und das ist genau das Thema, worüber Sewing derzeit besonders nachzudenken scheint. So war dies gerade auch Inhalt einer Rede vor dem CDU-Wirtschaftsrat. Sewings Aussage dabei war natürlich klar: Man sieht im Wettbewerb mit amerikanischen Instituten nur eine reelle Chance durch einen paneuropäischen Bankenchampion. Und dabei möchte das Kreditinstitut nicht Objekt, sondern Akteur sein.

Wenig Spielraum

Allerdings wirft das viele Fragezeichen auf. Denn der Spielraum, in dem die Deutsche Bank bei einer europäischen Branchenkonsolidierung aktiv werden könnte, ist derzeit mehr als begrenzt. Und selbst eine nationale Lösung im Verbund mit der Commerzbank wird von Investoren eher abgelehnt.

Bleibt Deutsche Bank nur ein Zuschauer?

Nun könnte es gut kommen, dass Sewing zwar die richtige Problemanalyse für die europäische Bankbranche gemacht hat, selbst aber kaum aktiv werden kann. Das scheint auch der Aktienmarkt zu ahnen. Jedenfalls bleibt die Aktie von Deutsche Bank weiterhin unter Druck und jede leichte Erholung wird relativ schnell wieder einkassiert.

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