Deutsche Boerse Aktie: Bewertung bremst Zahlenbeat

Höhere Erlöse und Ergebnisse über den Erwartungen treffen auf einen Kursrückgang; das Treasury-Ziel für 2026 steigt auf mehr als 800 Millionen Euro.

Die Kernpunkte:
  • Erlöse und EBITDA über Analystenschätzungen
  • Aktie zeitweise gut ein Prozent schwächer
  • Treasury-Prognose für 2026 angehoben
  • Jefferies und UBS bewerten unterschiedlich

Die Deutsche Börse hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen, doch die Aktie gibt nach. Der Grund liegt weniger im Zahlenwerk als in der Frage, wie viel davon bereits im Kurs steckt.

Solide Zahlen, leichter Kursrückgang

Die Nettoerlöse stiegen auf 1,63 Milliarden Euro, nach 1,44 Milliarden im Vorjahresquartal. Analysten hatten mit rund 1,60 Milliarden gerechnet. Das EBITDA legte auf 978 Millionen Euro zu, erwartet worden waren 954 Millionen.

Beim Nachsteuerergebnis lag der Konzern mit 559 Millionen Euro ebenfalls knapp über der Prognose von 551 Millionen. Die operativen Kosten stiegen auf 646 Millionen Euro. Treiber waren eine höhere aktienbasierte Vergütung infolge des Kursanstiegs sowie Aufwendungen für die geplante Allfunds-Transaktion. Bereinigt um diese Effekte wuchsen die Kosten um rund 3 Prozent.

An der Börse reagierten Anleger zurückhaltend. Im Xetra-Handel gab die Aktie zeitweise um gut ein Prozent auf 305,30 Euro nach.

Treasury-Ziel angehoben

Die Prognose für 2026 passte der Vorstand nur an einer Stelle an. Für das Treasury-Ergebnis erwartet die Gruppe nun mehr als 800 Millionen Euro, zuvor standen mehr als 700 Millionen im Plan.

Die übrigen Ziele bleiben unverändert. Die Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis sollen bei rund 5,7 Milliarden Euro liegen, könnten aber leicht darüber landen. Das EBITDA ohne Treasury-Ergebnis sieht das Management weiter bei rund 3,1 Milliarden Euro.

Analysten uneins bei der Bewertung

Das Analystenbild fällt gemischt aus. Jefferies bleibt bei „Buy“ und einem Kursziel von 330 Euro. Das Haus verweist darauf, dass die Deutsche Börse vom Status als „sicherer Hafen“ profitiere.

Die UBS bleibt dagegen bei „Neutral“ mit 265 Euro. Der Analyst lobt zwar den Beat, führt ihn aber vor allem auf das Handels- und Clearing-Geschäft zurück, das künftig eher nicht positiv überraschen dürfte. Zudem seien die Aktien bereits hoch bewertet.

Zwischen beiden Zielen liegt der aktuelle Kurs: Er notiert über dem UBS-Ziel und rund 8 Prozent unter dem von Jefferies. Ob die hohe Bewertung oder die defensive Qualität stärker wiegt, spiegeln diese Spannen deutlich wider.

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