Deutsche Boerse Aktie: EU nimmt Allfunds-Deal unter die Lupe

Die EU-Kommission holt Stellungnahmen zum geplanten Kauf ein; UBS sieht das Oktober-Handelsvolumen 8 Prozent unter der eigenen Erwartung.

Die Kernpunkte:
  • EU-Kommission bittet um Stellungnahmen
  • Entscheidungstermin am 27. November vorläufig
  • UBS bestätigt neutrale Einstufung
  • Oktober-Handelsvolumen 8 Prozent unter UBS-Erwartung

Die geplante Übernahme von Allfunds durch die Deutsche Börse steht vor einem weiteren regulatorischen Schritt. Wie MLex gestern berichtete, bittet die EU-Kommission Interessierte um Stellungnahmen zu dem Vorhaben. Damit bleibt die Fusionskontrolle ein wichtiger Termin für Anleger. Eine Genehmigung ist mit der Aufforderung zur Stellungnahme noch nicht verbunden.

Vorläufige Entscheidungsfrist Ende November

Für Stellungnahmen gilt laut MLex eine Frist von zehn Tagen. Als vorläufigen Termin für die Entscheidung der EU-Fusionskontrolle nennt der Bericht den 27. November. Für Anleger ist dabei der Vorbehalt wesentlich: Die genannte Entscheidungsfrist ist vorläufig und keine Zusage für einen positiven Ausgang.

Die EU-Kommission erhielt die Anmeldung des Zusammenschlusses am 22. Oktober. Vorgesehen ist, dass die Deutsche Börse durch einen Aktienkauf die alleinige Kontrolle über Allfunds erwirbt. Die Anmeldung erfolgte nach Artikel 4 der EU-Fusionskontrollverordnung.

Der nächste konkrete Anknüpfungspunkt ist somit das europäische Prüfverfahren. Die Aufforderung zur Stellungnahme beschreibt einen Verfahrensschritt, nicht den Abschluss der Transaktion. Für die Einordnung der Übernahme müssen Anleger diese beiden Ebenen auseinanderhalten.

UBS sieht Handelsvolumen unter Erwartung

Neben dem Übernahmeverfahren liefert das Handelsgeschäft einen zurückhaltenderen Bewertungsmaßstab. UBS-Analyst Michael Werner bestätigte am Dienstag seine Einstufung „Neutral“ mit einem unveränderten Kursziel von 265 Euro. Das Handelsvolumen der Deutschen Börse lag im Oktober nach seiner Einschätzung 8% unter seiner Erwartung.

Werners Einordnung war dabei differenziert. Das durchschnittliche tägliche Aktienhandelsvolumen der von ihm beobachteten europäischen Börsen stieg gegenüber dem Vorjahr. Im Monatsvergleich blieb es jedoch unverändert und lag etwas unter seiner Erwartung für das Schlussquartal 2026.

Die Aktie notiert mit 325,40 € oberhalb des UBS-Kursziels. Der Abstand verdeutlicht, dass die Börsenbewertung und Werners Einschätzung auseinanderliegen. Seine neutrale Empfehlung setzt damit einen vorsichtigen Gegenpunkt zur höheren Bewertung am Markt.

Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Experten einen Gewinn von 12,94 Euro je Aktie. Das bleibt eine Schätzung und ist kein bereits gemeldetes Jahresergebnis.

Bei Allfunds richtet sich der Blick auf die Fusionskontrolle. Im Handelsgeschäft zählt dagegen, ob die weitere Entwicklung die Erwartungen erfüllt. Der von UBS festgestellte Rückstand im Oktober spricht dagegen, steigende Vorjahresvolumina allein als ausreichenden Beleg für operative Stärke zu werten.

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