Deutsche Rohstoff Aktie: Test der Schlüsselzone

Die Aktie der Deutsche Rohstoff AG testet nach einem Kurssprung die entscheidende Widerstandszone zwischen 91 und 93 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von 8,65 Prozent
  • Annäherung an 50-Tage-Durchschnitt
  • Entscheidende Widerstandszone bei 91-93 Euro
  • Halbjahresbericht als nächster Prüfstein

Ein Kurssprung von 8,65 Prozent an einem einzigen Tag ist bei der Deutsche Rohstoff AG selten. Die Aktie klettert auf 87,90 Euro, nach einem Schlusskurs von 80,90 Euro am Vortag. Damit rückt der Titel wieder in eine Zone, die seit Wochen als technische Nagelprobe gilt.

Ausgangslage: Sprung Richtung Widerstand

Der aktuelle Kurs nähert sich dem 50-Tage-Durchschnitt bei 89,39 Euro und dem 100-Tage-Durchschnitt bei 90,17 Euro. Beide Marken liegen nur wenige Prozentpunkte über dem aktuellen Niveau. Nach dem scharfen Rücksetzer vom Rekordhoch bei 117,80 Euro Anfang Juni bewegt sich die Aktie damit erneut auf eine bedeutsame Zone zu.

Die entscheidende Frage

Schafft die Aktie den nachhaltigen Ausbruch über die Widerstandszone zwischen 91 und 93 Euro? Oder bleibt sie in der seit dem Höchststand etablierten Handelsspanne gefangen? Eine Unterstützungszone zwischen 73,30 und 77,30 Euro hat sich durch die Konsolidierung nach dem Abverkauf gebildet.

Der RSI steht bei 60,6 Punkten. Das liegt noch unter der überkauften Schwelle von 70. Rein rechnerisch bleibt also Spielraum, bevor die Widerstandsmarke erreicht ist.

Bullisches Szenario

Für eine Fortsetzung der Erholung spricht der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt. Mit 24,81 Prozent über dieser langfristigen Trendlinie bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Die Wertentwicklung von 117,31 Prozent auf Zwölfmonatssicht und 79,57 Prozent seit Jahresanfang stützt diese Lesart.

Der jüngste Rücksetzer erscheint damit eher als Korrektur innerhalb eines intakten Trends. Eine echte Trendwende lässt sich aus den Daten bislang nicht ablesen.

Operativ liefern die US-Fördertöchter zuletzt starke Produktionszahlen. Der Halbjahresbericht im August wird zeigen, ob sich diese Dynamik in den Konzernzahlen bestätigt. Bestätigt der Bericht die operative Stärke, könnte das zusätzliches Momentum für einen Ausbruch über die 91-93-Euro-Zone liefern. Die Beteiligung an Almonty Industries bleibt dabei ein Wertfaktor – die jüngsten operativen Fortschritte dort dürften die Wolfram-Sparte zusätzlich stützen.

Bärisches Szenario

Gegen eine schnelle Fortsetzung der Rally spricht die Volatilität des Titels. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 60,71 Prozent zählt die Aktie zu den schwankungsintensiveren Werten im deutschen Small-Cap-Segment. Das begünstigt auch abrupte Rückschläge nach starken Tagesgewinnen.

Trotz des heutigen Sprungs notiert der Kurs weiterhin 1,67 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Zum Rekordhoch vom Juni fehlen noch 25,38 Prozent. Der scharfe Rücksetzer der vergangenen Wochen ist also noch nicht vollständig aufgeholt.

Hinzu kommt die fundamentale Abhängigkeit von Öl- und Gaspreisen. Diese sind für die Deutsche Rohstoff historisch schwer vorhersehbar. Ein Rückfall unter die Unterstützungszone würde das positive technische Bild relativieren – der jüngste Anstieg wäre dann eher eine kurzfristige Gegenbewegung als ein nachhaltiger Trendwechsel.

Ausblick

Solange der Kurs oberhalb der Unterstützungszone zwischen 73,30 und 77,30 Euro bleibt, dürfte das übergeordnete Aufwärtsmomentum intakt bleiben. Der nächste entscheidende Test liegt im Bereich zwischen 91 und 93 Euro. Gelingt der nachhaltige Ausbruch, könnte das den Weg zurück in Richtung des bisherigen Rekordhochs öffnen.

Scheitert der Versuch erneut, dürfte sich die Aktie zunächst weiter in der etablierten Handelsspanne bewegen. Der nächste fundamentale Prüfstein folgt im dritten Quartal mit dem Halbjahresbericht. Er wird zeigen, ob sich die zuletzt gemeldete operative Stärke tatsächlich in den Konzernzahlen niederschlägt.

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