Deutsche Telekom: 18,6 Millionen Aktien gekauft
Aktienrückkäufe stützen die Telekom-Aktie, während Fusionsgerüchte um T-Mobile US für anhaltende Verunsicherung sorgen.

- Konzern kauft eigene Aktien zurück
- Fusionsspekulationen belasten weiterhin
- Charttechnik zeigt angeschlagenes Bild
- Analyst sieht Chancen bei Dementi
Ein Rückkaufprogramm sorgt für Erleichterung. Ein Zeitungsbericht über mögliche Fusionspläne sorgt gleichzeitig für neue Nervosität. Bei der Deutsche Telekom ringen aktuell zwei Kräfte um die Kursrichtung.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 25,30 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,84 Prozent zu Buche. Binnen 30 Tagen verlor das Papier 9,80 Prozent.
Rückkauf-Bilanz sorgt für Erleichterung
Der Bonner Konzern hat im laufenden Jahr bereits 18,6 Millionen eigene Aktien gekauft. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagvormittag mit. Ziel der Maßnahme ist ein höherer Gewinn je Aktie und mehr Kapital für die Aktionäre.
Die veröffentlichten Zwischenzahlen zeigen das Ausmaß der Käufe. Zwischen dem 22. und 26. Juni erwarb die Telekom über die Frankfurter Börse 1.716.182 eigene Aktien. Der durchschnittliche Tageskurs lag bei 26,27 Euro.
Ein Blick auf die zweite Tranche liefert weitere Details. Zwischen dem 2. April und dem 30. Juni kaufte der Konzern rund 19,4 Millionen Aktien. Der Kaufpreis summierte sich auf etwa 543,4 Millionen Euro.
Die Nachricht kam am Markt gut an. Nach tagelangem Abwärtsdruck reagierten Anleger am Donnerstag mit Käufen.
Fusionsspekulationen belasten weiterhin
Auslöser für den vorangegangenen Kurseinbruch war ein Bericht des „Handelsblatt“ vom Montag. Demnach arbeitet Konzernchef Tim Höttges an konkreten Plänen für einen Zusammenschluss mit T-Mobile US. Solche Spekulationen treffen die Aktie besonders hart, weil die US-Tochter das operative Rückgrat des Konzerns bildet.
Auch Gerüchte um den Raumfahrtkonzern SpaceX sorgten zusätzlich für Unruhe. Die Schweizer Großbank UBS sieht die Sorgen dagegen differenziert.
Analyst Polo Tang bestätigte seine Kaufempfehlung und beließ das Kursziel bei 36,60 Euro. Er hält die Fusionssorgen für unbegründet. Ein offizielles Dementi des Unternehmens würde den Kurs seiner Einschätzung nach sofort entlasten.
Charttechnik bleibt angeschlagen
Trotz der jüngsten Stabilisierung bleibt das technische Bild fragil. Die Aktie notiert 26,35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, das am 27. Februar markiert wurde.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 27,59 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 28,80 Euro. Beide Marken liegen deutlich über dem aktuellen Kurs. Der RSI-Wert von 37,9 signalisiert eine angeschlagene, aber noch nicht extrem überverkaufte Lage.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 9,22 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Verlust sogar auf 18,44 Prozent.
Erst am 30. Juni markierte der Titel bei 23,54 Euro ein neues Jahrestief. Aktuell liegt der Kurs nur noch 7,48 Prozent darüber.
Ausblick
Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, wie der Konzern mit den Fusionsspekulationen umgeht. Ein offizielles Dementi zu den Berichten über T-Mobile US könnte die Aktie kurzfristig entlasten. Bleibt eine Stellungnahme aus, dürfte die Volatilität hoch bleiben – auch wenn die laufenden Rückkäufe für Unterstützung sorgen.
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