Deutsche Telekom: 3,67 Millionen Aktien seit 1. Juli
Die Telekom setzt ihr milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm fort, während Kritik an der Vergütung des US-Chefs und neue Wettbewerber den Kurs belasten.

- Rückkauf von 1,35 Millionen Aktien in einer Woche
- Kritik an Vergütung des T-Mobile-US-Chefs
- Wettbewerbsdruck durch Satelliten-Internet und KI
- Halbjahreszahlen am 6. August als nächster Test
Die Deutsche Telekom kauft weiter eigene Aktien zurück – mitten in einer Phase, in der Wettbewerbsdruck und eine Governance-Debatte um die US-Tochter die Stimmung belasten. Der Bonner Konzern zeigt damit: Das Rückkaufprogramm läuft unabhängig von den Diskussionen weiter.
Rückkauf läuft auf Hochtouren
In der Woche vom 13. bis 17. Juli hat die Telekom rund 1,35 Millionen eigene Aktien über die Börse Xetra gekauft. Täglich erwarb der Konzern zwischen 265.000 und 274.000 Stück, zu Kursen zwischen 26,42 und 27,26 Euro.
Seit Start des Programms am 1. Juli hat die Telekom damit bereits 3,67 Millionen Aktien zurückgekauft. Die laufende dritte Tranche hat ein Volumen von bis zu 560 Millionen Euro und läuft bis zum 30. September. Für das Gesamtjahr plant der Konzern Rückkäufe von bis zu 2 Milliarden Euro – weniger Aktien im Umlauf sollen den Gewinn je Aktie stützen.
Die ersten beiden Tranchen des im November 2025 beschlossenen Programms summierten sich bereits auf rund 1,01 Milliarden Euro.
Aktie erholt sich, bleibt aber unter Druck
Am Freitag schloss die Telekom-Aktie bei 26,45 Euro, ein Plus von 1,54 Prozent zum Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro im Februar fehlen der Aktie aber noch rund 23 Prozent. Erst Ende Juni war das Papier auf ein Jahrestief von 23,54 Euro gefallen.
Analyst Robert Grindle sieht den Grund für die Schwäche in neuen Wettbewerbskräften. Satelliten-Internetdienste wie Starlink und große KI-Initiativen wie Stargate hätten das frühere Strahlen der Telekom am europäischen Telekom-Himmel gedämpft.
Vergütungsstreit um T-Mobile-US-Chef
Neben dem Wettbewerbsdruck sorgt ein internes Thema für Diskussionen. Die Vergütung des neuen T-Mobile-US-CEO Srini Gopalan, der aus Deutschland in die USA wechselte, stößt bei Teilen der Aktionäre auf Kritik. Nach Medienberichten hat sich sein Gehaltspaket mehr als verzehnfacht.
Bei der Abstimmung stimmten zwar 73,3 Prozent der Aktionäre für das Paket. Große Investoren zeigten sich dennoch unzufrieden – darunter der norwegische Staatsfonds, einer der einflussreichsten institutionellen Anleger Europas.
Halbjahreszahlen als nächste Bewährungsprobe
Am 6. August veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal. Bis dahin dürfte das Rückkaufprogramm der wichtigste Stabilisierungsfaktor für die Aktie bleiben.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie notiert mit einem RSI von 49,3 in einer neutralen Zone – weder überkauft noch überverkauft. Entscheidend wird sein, ob sie ihren 50-Tage-Durchschnitt von 27,19 Euro nachhaltig zurückerobert. Erst dann wäre der Ausbruch aus dem Abwärtstrend bestätigt, den die Aktie in den vergangenen Wochen versucht hat.
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