Deutsche Telekom Aktie: 1-Milliarden-Deal in Polen
Die Telekom investiert rund eine Milliarde Euro in zwei polnische Glasfaseranbieter und erweitert damit ihre Infrastruktur außerhalb Deutschlands.

- Milliardenschwere Übernahme in Polen
- Ausbau internationaler Netzinfrastruktur
- Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt
- Erprobung neuer Netztechnologien
Die Deutsche Telekom baut ihr Glasfasergeschäft in Polen aus. Wie das Unternehmen am Montag vergangener Woche mitteilte, übernimmt der Konzern die Anbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management. Der Kaufpreis liegt bei rund 1 Milliarde Euro, der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet.
Mit dem Zukauf erweitert die Deutsche Telekom ihre Infrastruktur außerhalb des deutschen Kernmarkts. Reuters berichtete über die Transaktion, die Details wurden anschließend von weiteren Medien aufgegriffen. Über die künftige strategische Einordnung der polnischen Glasfasernetze in das Konzerngeschäft äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht näher.
Parallel laufen Rückkäufe und Netzexperimente
Der Zukauf fällt in eine Phase, in der die Deutsche Telekom ohnehin verstärkt investiert und zugleich Kapital an Aktionäre zurückgibt. Vor gut einer Woche hatte der Konzern im Rahmen seines laufenden Rückkaufprogramms den Erwerb von 1.601.600 eigenen Aktien gemeldet. Das Gesamtvolumen des Programms für 2026 war zuvor auf bis zu 5 Milliarden Euro aufgestockt worden.
Daneben treibt die Deutsche Telekom auch technologische Projekte voran. Anfang August demonstrierte der Konzern fliegende Basisstationen zur mobilen Netzabdeckung, eine Technologie, die als Ergänzung zur klassischen Funkinfrastruktur dienen soll.
Zudem prüft das Unternehmen laut einem Branchenbericht vom 10. August eine Zusammenarbeit mit AST SpaceMobile sowie mit Amazons Satelliten-Breitbandprojekt im niedrigen Erdorbit. Beide Vorhaben zeigen, dass sich der Konzern nicht allein auf klassische Netzinvestitionen wie den Polen-Deal verlässt, sondern parallel an alternativen Übertragungswegen arbeitet.
Kurs bleibt trotz Belastungen stabil
An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt robust. Am Freitag schloss das Papier bei 28,87 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent auf Tagessicht. Auf Monatssicht steht ein Zuwachs von 6,2 Prozent zu Buche, was den Kurs deutlich über seinen 50-Tage-Durchschnitt von 26,99 Euro hebt. Zum bisherigen Jahreshoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen dennoch rund 16 Prozent.
Der jüngste Zukauf in Polen dürfte die Wachstumsstory des Konzerns um ein weiteres internationales Element ergänzen, ohne dass sich daraus kurzfristig neue Belastungen für die Bilanz ableiten lassen – der Kaufpreis von rund 1 Milliarde Euro ist im Verhältnis zur Marktkapitalisierung von knapp 140 Milliarden Euro überschaubar. Anleger dürften die Transaktion daher eher als strategische Ergänzung denn als finanziellen Kraftakt einordnen.
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