Deutsche Telekom Aktie: 10 Prozent in 30 Tagen
Telekom startet internationale Kampagne, Aktie nähert sich altem Hoch. Quartalszahlen und Rückkaufprogramm stützen den Kurs, US-Tochter baut Stellen ab.

- Internationale Kampagne mit Wet Leg
- Aktie gewinnt 10 Prozent in 30 Tagen
- Rückkaufprogramm und Prognoseanhebung stützen
- US-Tochter baut 4.700 Stellen ab
Die Deutsche Telekom sucht die Nähe zu einem neuen Publikum: Am Donnerstag startete der Konzern seine internationale Marketing-Kampagne „Not a Passenger“, bei der die Grammy-prämierte Band Wet Leg mitwirkt. Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der die Aktie operativ und an der Börse spürbar an Boden gewinnt.
Kampagne soll Markenbild schärfen
Mit „Not a Passenger“ setzt die Telekom auf prominente Unterstützung aus der Musikszene, um ihre Marke international zu positionieren. Details zur Reichweite oder zu den Kosten der Kampagne nannte das Unternehmen nicht. Für Anleger ist die Aktion vor allem ein Signal: Der Konzern investiert weiter in seine Konsumentenmarke, während im Hintergrund die Netzstrategie neu justiert wird.
Denn die Frage, wie sich die Telekom gegenüber Satelliten-Internet positioniert, hat der Konzern bereits im März geklärt. Das Management ordnete Starlink von SpaceX damals primär als Ergänzung zum bestehenden terrestrischen Netz ein, nicht als Konkurrenzprodukt. Diese strategische Linie prägt weiterhin, wie die Telekom ihr Glasfaser- und Mobilfunknetz gegenüber Satellitenangeboten positioniert – als Basis, die durch Satellitenlösungen in unterversorgten Gebieten ergänzt wird.
Kurs nähert sich altem Hoch
Die Aktie notiert aktuell bei 29,12 Euro und legt am heutigen Handelstag um 0,9 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,4 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Anstieg auf 10 Prozent. Damit hat sich das Papier deutlich vom 52-Wochen-Tief bei 23,54 Euro entfernt, notiert aber weiterhin 15 Prozent unter dem im Februar erreichten Jahreshoch von 34,35 Euro.
Getragen wird die jüngste Stärke unter anderem vom laufenden Aktienrückkaufprogramm, das vor rund zwei Wochen mit dem Erwerb von über 1,6 Millionen eigenen Aktien fortgesetzt wurde – seither hat die Aktie um 1,7 Prozent zugelegt.
Auch die vor gut drei Wochen gemeldeten Quartalszahlen samt angehobener Prognose stützen weiterhin das Sentiment. Beide Themen sind mittlerweile eingepreist, dennoch bleibt der fundamentale Rückenwind für den Kurs spürbar.
Baustellen bei der US-Tochter
Nicht alle Nachrichten aus dem Konzern sind ungetrübt positiv. Bei T-Mobile US, an dem die Telekom mehrheitlich beteiligt ist, wurden im ersten Halbjahr rund 4.700 Vollzeitstellen abgebaut – die Belegschaft schrumpfte von 70.036 auf 65.365 Mitarbeiter.
Hintergrund ist eine als „Workforce Transformation“ bezeichnete Effizienzoffensive, die auf Digitalisierung und Kostensenkung zielt. Bernstein Research bestätigte vergangenen Freitag die Einstufung „Market-Perform“ für T-Mobile US mit einem Kursziel von 220 US-Dollar.
Parallel dazu treibt die Telekom ihre Expansion in Polen voran. Der Anfang der Woche besiegelte Kauf der Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management für rund eine Milliarde Euro soll die Marktposition von T-Mobile Polska stärken und das Konvergenzangebot aus Festnetz und Mobilfunk ausbauen.
Im Sportbereich wächst das Engagement ebenfalls: Für die Saison 2026/27 baut die Telekom ihr Eishockey-Live-Programm auf MagentaSport und MagentaTV auf rund 1.000 Stunden aus. Anleger richten den Blick nun auf den 5. November, wenn die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal ansteht und zeigen dürfte, ob sich die operative Dynamik fortsetzt.
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