Deutsche Telekom Aktie: 11-Prozent-Sturz bei T-Mobile US

T-Mobile US verfehlt Umsatzerwartungen und warnt vor höherer Kündigungsrate, was die Telekom-Aktie belastet. Der Konzern hält an Aktienrückkäufen fest.

Die Kernpunkte:
  • T-Mobile US Aktie stürzt ab
  • Umsatzziel knapp verfehlt
  • Gewinn übertrifft Erwartungen
  • MagentaTV mit WM-Rekordreichweite

Die US-Tochter T-Mobile US hat der Deutschen Telekom zum Ende der vergangenen Woche einen Dämpfer verpasst. Ein Kurssturz von rund 11 Prozent bei der amerikanischen Tochtergesellschaft am Donnerstag drückte auch das Papier des Bonner Mutterkonzerns zeitweise um 2,5 Prozent nach unten. Zum Wochenschluss erholte sich die Telekom-Aktie jedoch: Am Freitag schloss sie bei 26,45 Euro und legte damit um 1,54 Prozent zu. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Minus von 2,04 Prozent stehen.

Verfehltes Umsatzziel überschattet Gewinnsprung

Auslöser der Turbulenzen bei T-Mobile US waren Quartalszahlen, die zwar auf den ersten Blick überzeugten, im Detail aber Fragen aufwarfen. Das Unternehmen verfehlte sein Umsatzziel mit 22,79 Milliarden US-Dollar knapp gegenüber einem Analystenkonsens von 22,94 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie fiel dagegen mit 2,99 US-Dollar deutlich höher aus als die erwarteten 2,58 US-Dollar. Diese positive Überraschung geriet jedoch in den Hintergrund, nachdem das Management laut dpa-AFX vor einer temporär erhöhten Kündigungsrate im dritten Quartal warnte. Genau diese Warnung vor steigendem Kundenschwund dürfte den heftigen Kursrückgang bei der US-Tochter ausgelöst haben, den Investoren offenbar stärker gewichteten als den Gewinnüberschuss.

Zugleich hob T-Mobile US seine Prognose für den bereinigten freien Cashflow im Gesamtjahr an, von zuvor 18,1 bis 18,7 Milliarden US-Dollar auf nun 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar. Das Ziel für Postpaid-Netto-Neukunden bestätigte das Unternehmen unverändert bei 0,95 bis 1,05 Millionen. Diese Anhebung signalisiert operative Stärke, konnte die Sorge um die Kundenbindung am Kapitalmarkt aber offenbar nicht vollständig ausräumen.

Rückkaufprogramm läuft unbeirrt weiter

Während die US-Tochter für Unruhe sorgte, setzte die Konzernmutter ihr Aktienrückkaufprogramm unbeeindruckt fort. Zwischen dem 13. und 17. Juli erwarb die Deutsche Telekom nach eigenen Angaben 1.351.740 eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittskurs von 26,73 Euro. Seit dem Start der dritten Rückkauf-Tranche am 1. Juli summiert sich das Volumen damit auf insgesamt 3.673.275 zurückgekaufte Anteile. Diese dritte Tranche des Aktienrückkaufprogramms 2026 ist auf ein Volumen von bis zu 560 Millionen Euro angelegt und soll spätestens bis zum 30. September abgeschlossen sein.

Für Anleger ist das ein Signal der Kontinuität: Der Konzern hält an seiner Kapitalrückführung fest, unabhängig von der kurzfristigen Kursvolatilität bei der US-Tochter. Mit Blick auf das aktuelle Kursniveau notiert die Aktie derzeit rund 2,73 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 27,19 Euro – ein Hinweis darauf, dass sich der Titel in einer eher trägen Seitwärtsbewegung befindet, statt einen klaren Trend auszubilden.

MagentaTV verbucht Rekordreichweite

Abseits der Kapitalmarktnachrichten aus den USA konnte die Deutsche Telekom operativ mit ihrem Fernsehprodukt MagentaTV punkten. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erzielte der Dienst nach Unternehmensangaben eine Reichweite von über 200 Millionen Zuschauern. Bemerkenswert: Die Zahl der Neuabschlüsse während des Turniers lag doppelt so hoch wie noch bei der EURO 2024. Dieser Erfolg unterstreicht die Bedeutung von Großereignissen für das Streaming- und Pay-TV-Geschäft des Konzerns, auch wenn sich der Effekt auf die Gesamtzahlen erst in den kommenden Quartalen zeigen dürfte.

Blick auf die Quartalszahlen

Die nächste wichtige Wegmarke für Anleger folgt bereits in wenigen Tagen: Am 6. August veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026. Dann dürfte sich zeigen, ob sich die Churn-Sorgen aus den USA in den Konzernzahlen niederschlagen oder ob die operative Stärke bei T-Mobile US und die Rekordreichweite von MagentaTV die Stimmung wieder drehen können. Bis dahin bleibt der Titel zwischen den positiven Rückkauf-Signalen aus Bonn und der Unsicherheit aus Übersee gefangen.

Anzeige

Deutsche Telekom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Telekom-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Deutsche Telekom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Telekom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Deutsche Telekom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Deutsche Telekom