Deutsche Telekom Aktie: 161.000 Glasfaser-Anschlüsse im Q2
Die Telekom treibt Glasfaserausbau und KI-Netzbetrieb voran. Solide Quartalszahlen und Manager-Käufe untermauern die Strategie ohne T-Mobile-Fusion.

- 161.000 neue Glasfaseranschlüsse im Q2
- KI-Initiativen zur Kostensenkung geplant
- Umsatz organisch um 3,3 Prozent gestiegen
- Manager kauften 170.030 Aktien
Während die geplatzte Fusion mit T-Mobile US Ende Juli für Schlagzeilen sorgte, treibt die Deutsche Telekom im operativen Geschäft zwei Themen voran, die für Anleger langfristig schwerer wiegen: den Glasfaserausbau in Deutschland und den Einsatz künstlicher Intelligenz im Netzbetrieb. Beide Entwicklungen liefern Argumente dafür, warum der Konzern auch ohne die große US-Übernahme wachsen kann.
Glasfaser profitiert von neuer Rechtslage
Im zweiten Quartal hat die Telekom in Deutschland 161.000 neue Glasfaser-Anschlüsse (FTTH) verzeichnet. Rückenwind kommt dabei von einer regulatorischen Änderung: Der Wegfall des sogenannten Nebenkostenprivilegs, also der bisherigen Möglichkeit, Kabel-TV-Kosten über die Nebenkostenabrechnung auf Mieter umzulegen, verschiebt die Nachfrage stärker in Richtung eigenständiger Glasfaseranschlüsse. Analysten sehen darin einen strukturellen Vorteil für den Breitbandausbau des Konzerns, da klassische Kabelangebote an Attraktivität verlieren.
Ergänzt wird dieser Trend durch die Aktivitäten der US-Tochter T-Mobile US, die kürzlich den Verkauf ihres 800-MHz-Frequenzportfolios an Grain Management abgeschlossen hat. Der Schritt zeigt, dass der Konzern sein Portfolio auch jenseits des gescheiterten Fusionsprojekts aktiv steuert.
Künstliche Intelligenz soll Kosten senken
Parallel zum Netzausbau baut die Telekom ihre KI-Initiativen aus. Der Konzern setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz zur Netzverwaltung und im Kundenservice, unter anderem in Kooperation mit NVIDIA.
Ziel ist es, Betriebskosten zu senken – ein Ansatz, der angesichts der milliardenschweren Netzinfrastruktur des Unternehmens erhebliche Skaleneffekte verspricht. Am 5. Oktober will der Konzern seine KI-Strategie im Rahmen eines eigenen Investorentages näher erläutern.
Auch bei der Konnektivität denkt die Telekom über den klassischen Mobilfunk hinaus. Konzernchef Tim Höttges bestätigte, dass Partnerschaften mit AST SpaceMobile sowie dem Satelliten-Breitbandprojekt von Amazon geprüft werden. Er betonte jedoch, dass Satellitenverbindungen das bestehende Mobilfunknetz nur ergänzen, nicht ersetzen sollen.
Solide Zahlen als Fundament
Basis für diese Investitionen sind die im August vorgelegten Quartalszahlen: Der organische Umsatz stieg um 3,3 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu.
Der bereinigte Konzernüberschuss kletterte um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der ausgewiesene Gewinn sank dagegen um 6,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, was vor allem an Integrationskosten der US-Tochter im Zusammenhang mit der UScellular-Übernahme liegt.
Auch im Kreis der eigenen Führungskräfte scheint Vertrauen in die Strategie zu bestehen: In der Kalenderwoche 32 kauften Manager insgesamt 170.030 Aktien, Verkäufe blieben mit 1.770 Stück verschwindend gering.
Blick auf den Kurs
Die Aktie schloss am Freitag bei 28,69 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent auf Tagessicht. Über 30 Tage steht ein Anstieg von 8,3 Prozent zu Buche, auch wenn der Titel binnen sieben Tagen leicht um 1,1 Prozent nachgab.
Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen der Aktie derzeit noch 16 Prozent. Für Anleger bleibt damit die Frage, ob Glasfaserausbau und KI-Effizienzgewinne ausreichen, um diesen Abstand zu verkürzen, bevor der nächste große Meilenstein – die Q3-Zahlen am 5. November – ansteht.
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