Deutsche Telekom Aktie: 19,6-Milliarden-Deal belastet

SpaceX Mobilfunkpläne kosten US-Carrier Milliarden an Börsenwert. Die Telekom präsentiert nun Quartalszahlen unter verschärftem Wettbewerbsdruck.

Die Kernpunkte:
  • US-Carrier verlieren 12,4 Mrd. Dollar
  • Telekom veröffentlicht Quartalszahlen
  • EchoStar-Deal für 19,6 Mrd. Dollar
  • Fusionspläne mit T-Mobile gescheitert

SpaceX bringt mit seinen Plänen für einen Starlink-Mobilfunkdienst die etablierten US-Netzbetreiber unter Druck – und die Wellen schwappen bis zur Deutschen Telekom. Am Mittwoch verloren AT&T, Verizon und T-Mobile an der Wall Street zusammen rund 12,4 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung, nachdem Elon Musks Raumfahrtkonzern seine Mobilfunkambitionen bekräftigt hatte. Laut Medienberichten belastete die Ankündigung auch die Telekom-Aktie.

SpaceX bringt US-Carrier ins Wanken

AT&T fiel am Mittwoch um 2,0 Prozent auf 22,91 Dollar, Verizon gab 2,5 Prozent ab, T-Mobile verlor 2,2 Prozent. Bei AT&T allein schmolz die Marktkapitalisierung um 3,3 Milliarden Dollar. Untermauert wird die Bedrohung durch einen Deal: SpaceX hatte sich zuvor Mobilfunkspektrum von EchoStar für 19,6 Milliarden Dollar gesichert – die Grundlage für den geplanten Vorstoß ins Mobilfunkgeschäft. AT&T selbst versuchte, Anleger zu beruhigen und bestätigte trotz der Turbulenzen sein Free-Cashflow-Ziel für 2026 von mindestens 18 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal verbuchte der Konzern 432.000 neue Postpaid-Kunden bei einer Abwanderungsquote von 0,86 Prozent.

Zahlentag mit Vorbelastung

Ausgerechnet an diesem Mittwoch-Donnerstag-Übergang gewinnt der Blick auf die US-Konkurrenz zusätzliche Brisanz: Die Deutsche Telekom öffnet heute die Bücher für das zum 30. Juni abgelaufene zweite Quartal. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 0,561 Euro, ein Plus von 3,89 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Beim Umsatz wird ein Anstieg auf 29,95 Milliarden Euro erwartet, nach 28,67 Milliarden Euro im Vorjahresquartal – ein Zuwachs von 4,46 Prozent. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 taxiert der Konsens den Gewinn je Aktie auf 2,23 Euro nach 1,97 Euro im Vorjahr, den Umsatz auf 122,95 Milliarden Euro nach 119,08 Milliarden Euro.

Zusätzlich wirkt im Hintergrund die Nachricht vom vergangenen Montag nach, dass eine Fusion mit T-Mobile US nicht zustande gekommen ist – seither hat die Aktie rund 2,3 Prozent eingebüßt. Die Kombination aus enttäuschter Fusionsfantasie und wachsendem Konkurrenzdruck durch Starlink dürfte die Erwartungen an den heutigen Zahlenausweis zusätzlich schärfen. Anleger dürften vor allem auf die Kundenentwicklung im US-Geschäft und die Kommentare des Managements zur Wettbewerbslage achten.

Charttechnik bleibt uneindeutig

Der Kurs schloss am Mittwoch bei 27,45 Euro, ein Rückgang von 1,75 Prozent. Auf Sicht der vergangenen 30 Handelstage steht dennoch ein Plus von 6,40 Prozent, die jüngste Konsolidierung folgt also auf eine spürbare Erholungsphase. Zum Jahreshoch von 34,35 Euro, erreicht am 27. Februar, fehlen der Aktie weiterhin rund 20 Prozent. Die Gemengelage aus laufender Berichtssaison – am selben Handelstag standen unter anderem Vonovia, Siemens Energy und DHL im Blick der Anleger, während der DAX zuvor ein neues Allzeithoch markiert hatte – und dem transatlantischen Wettbewerbsdruck macht den heutigen Zahlentermin zu einem Test dafür, ob die Deutsche Telekom die zuletzt gewonnene Kursstärke verteidigen kann.

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