Deutsche Telekom Aktie: 2.000 Werbedisplays geplant
Die Telekom startet ein digitales Werbenetzwerk mit Lieferando und treibt Aktienrückkäufe voran. Analysten senken das Kursziel leicht.

- Kooperation mit Lieferando für Werbedisplays
- Bundesnetzagentur veröffentlicht finale Zugangsbedingungen
- Aktienrückkauf von 1,35 Millionen Anteilen
- Kursziel von Deutscher Bank gesenkt
Die Deutsche Telekom baut ihr Werbegeschäft aus. Der Bonner Konzern kooperiert künftig mit dem Essenslieferdienst Lieferando, um ein digitales Werbenetzwerk in der Gastronomie aufzubauen. Geplant ist die Installation von bis zu 2.000 Werbedisplays im 55-Zoll-Format in Partner-Restaurants von Lieferando. Die Vermarktung der Flächen übernimmt die Telekom-Tochter T Advertising Solutions.
Digitales Werbenetzwerk als neues Standbein
Mit dem Projekt erschließt die Telekom einen weiteren Kanal im sogenannten Digital-out-of-Home-Segment, also der digitalen Außenwerbung abseits klassischer Plakatflächen. Die Bildschirme sollen dort platziert werden, wo Kunden auf ihre Bestellungen warten – ein Umfeld, das Werbetreibenden eine unmittelbare Zielgruppenansprache verspricht. Für die Telekom fügt sich das Vorhaben in die Strategie, über Tochtergesellschaften wie T Advertising Solutions zusätzliche Erlösquellen jenseits des klassischen Telekommunikationsgeschäfts zu erschließen.
Regulierung öffnet Netz für Wettbewerber
Parallel zur Werbeoffensive hat die Bundesnetzagentur die finalen vertraglichen Bedingungen für den Zugang von Wettbewerbern zu Leerrohren und Masten der Telekom Deutschland GmbH veröffentlicht. Nach den bereits im Juni 2026 festgelegten Entgelten fallen damit nach Angaben der Behörde die letzten regulatorischen Hürden für den Netzausbau Dritter weg. Für die Telekom bedeutet das mehr Konkurrenz beim Zugang zur eigenen Infrastruktur, zugleich aber auch verlässliche Rahmenbedingungen für künftige Kooperationen im Netzausbau.
Auf der Kapitalseite treibt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm 2026 unterdessen weiter voran. Laut einer Pflichtmitteilung erwarb die Telekom im Zeitraum vom 13. bis 17. Juli 2026 rund 1,35 Millionen eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittskurs zwischen 26,42 und 27,26 Euro. Seit dem 1. Juli 2026 kaufte der Konzern damit insgesamt 3.673.275 eigene Anteile zurück.
Analysteneinschätzung: Kursziel gesenkt, Einstufung bestätigt
Robert Grindle, Analyst der Deutschen Bank Research, senkte am 21. Juli 2026 sein Kursziel für die Deutsche Telekom von 42,00 auf 40,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei „Buy“. Als Begründung nannte er den zunehmenden strukturellen Wettbewerbsdruck durch Satelliten-Internetdienste wie Starlink sowie durch KI-Infrastrukturprojekte. Die Anpassung zeigt, dass Analysten die langfristigen Wachstumschancen weiterhin positiv bewerten, den kurzfristigen Gegenwind aus neuen Technologien aber stärker einpreisen.
Die Aktie selbst bewegt sich derzeit nahe ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 27,24 Euro und notiert mit 27,17 Euro nur knapp darunter. Der Relative-Stärke-Index von 56,2 deutet auf eine ausgeglichene Marktlage ohne extreme Überkauft- oder Überverkauft-Signale hin. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar 2026, bleibt der Titel weiterhin deutlich entfernt.
Blick nach vorn: WM-Rechte und Quartalszahlen
Neben dem operativen Tagesgeschäft hat sich die Telekom im Juli 2026 zudem die exklusiven Medienrechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 gesichert. Alle 104 Turnierspiele sollen über die Plattform MagentaTV übertragen werden – ein Deal, der dem Streamingangebot zusätzliche Reichweite verschaffen dürfte.
Anlegerinnen und Anleger richten den Blick nun auf den 6. August 2026. An diesem Tag will der Konzern seinen Finanzbericht zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr 2026 veröffentlichen. Die Zahlen dürften zeigen, wie sich das US-Geschäft von T-Mobile entwickelt hat – ein Segment, das zuletzt auch wegen der Vergütung des in die USA gewechselten Managers Srini Gopalan in der Kritik von Aktionärsvertretern stand. Dessen Vergütungspaket wurde auf der Hauptversammlung zwar mit einer Mehrheit von 73,3 Prozent angenommen, ohne die Stimmen der Konzernmutter hätte dies jedoch einer Ablehnung durch die freien Aktionäre entsprochen.
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