Deutsche Telekom Aktie: 222.000 neue Glasfaseranschlüsse im August

Die Telekom meldet Fortschritte beim Netzausbau, startet drei Stromtarife mit Rabot Energy und plant neue Vertriebsformate.

Die Kernpunkte:
  • Rund die Hälfte der Mobilfunkstandorte modernisiert
  • Mehr als 80 Prozent mit Glasfaser
  • August: 222.000 neue Glasfaseranschlüsse gemeldet
  • 50 Vertriebsformate ab kommendem Jahr geplant

Der Bonner Telekommunikationskonzern beschleunigt die Modernisierung seiner Netzinfrastruktur. Wie die Deutsche Telekom gestern mitteilte, ist mittlerweile rund die Hälfte der konzerneigenen Mobilfunkstandorte modernisiert. Mehr als 80 Prozent der Antennenstandorte verfügen inzwischen über eine direkte Glasfaseranbindung.

An der Börse spiegeln sich die operativen Ausbauschritte derzeit verhalten wider. Die T-Aktie notiert heute bei 26,03 Euro, was einem leichten Minus von 0,3 Prozent entspricht. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro liegt der Titel damit 24 Prozent im Hintertreffen.

Kapazitätsausbau im Festnetz und Mobilfunk

Im operativen Tagesgeschäft standen zuletzt vor allem Kapazitätserweiterungen im Vordergrund. Allein im August nahm das Unternehmen nach eigenen Angaben 115 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb und erhöhte an 401 bestehenden Standorten die Kapazitäten. Zugleich wurde das 30.000. sogenannte Cell Site Gateway installiert, das Standortanbindungen mit Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s ermöglicht.

Parallel dazu wächst das Festnetz weiter. Am Dienstag meldete der Konzern für den Monat August 222.000 zusätzliche Glasfaseranschlüsse. Damit können nun 14,1 Millionen Haushalte und Betriebe auf Glasfasertarife mit Geschwindigkeiten von bis zu 2.000 Mbit/s zugreifen.

Die kontinuierlichen Investitionen in die Leitungsnetze bilden das Rückgrat für das Breitbandgeschäft, stehen am Kapitalmarkt jedoch im ständigen Abgleich mit den Kosten und dem Wettbewerbsdruck auf dem deutschen Heimatmarkt.

Analystenstimme und Brüsseler Signale

Auf Analystenseite gab es gestern eine Bestätigung der aktuellen Einstufung. Analyst Ulrich Rathe von Bernstein Research beließ die Deutsche Telekom bei „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 28,10 Euro. In der Vorwoche hatte das Analysehaus den Titel noch von „Outperform“ abgestuft und das Kursziel deutlich gesenkt, unter anderem mit Blick auf den Wettbewerb im deutschen Festnetz und Unsicherheiten bezüglich T-Mobile US.

Als stützenden Faktor für die Einstufung nannte Rathe nun jüngste Entwicklungen auf europäischer Ebene. Laut Reuters haben die EU-Mitgliedstaaten den zuvor von der EU-Kommission vorgeschlagenen festen 36-Monats-Zeitplan für den Austausch von Komponenten sogenannter Hochrisikoanbieter aus ihrem Entwurf gestrichen.

Stattdessen sollen Übergangszeiträume flexibler an Risikolagen, Lebenszyklen und Alternativen ausgerichtet werden. Das Vorhaben ist noch kein geltendes Recht, könnte für Netzbetreiber wie die Telekom jedoch den regulatorischen Austauschdruck bei Ausrüstung von Herstellern wie Huawei mildern.

Zusätzliche Angebote im Portfolio

Neben dem reinen Netzinfrastrukturausbau erweitert der DAX-Konzern schrittweise seine Vertriebs- und Tarifangebote. Heute startete das Unternehmen gemeinsam mit dem Anbieter Rabot Energy drei Ökostromtarife, die über die hauseigene Kundenservice-App gebucht werden können. Die eigentliche Belieferung und den Kundendienst übernimmt der Partner.

Für die Kundenpräsenz vor Ort sind zudem Anpassungen geplant. Ab dem kommenden Jahr will der Konzern bundesweit 50 flexible stationäre Vertriebsformate etablieren, um den Vertrieb über kleinere Filialen und Pop-up-Konzepte gezielt zu ergänzen.

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