Deutsche Telekom Aktie: 27,44 Euro vor Quartalsbericht

Trotz Netzstörung bei T-Mobile US und gesenkter Kursziele zeigt sich die Deutsche Telekom Aktie erholt. Anleger warten auf den Quartalsbericht am 6. August.

Die Kernpunkte:
  • T-Mobile US behebt großflächigen Netzausfall
  • Deutsche Telekom Aktie legt trotz Kürzungen zu
  • Analysten senken Kursziele für Konzern und Tochter
  • Quartalszahlen am 6. August im Fokus

Die US-Tochter T-Mobile US hat einen landesweiten Netzausfall überstanden, der am Montag zeitweise mehr als 60.000 Störungsmeldungen auslöste. Laut Reuters griffen betroffene Kunden vorübergehend auf den Notfallmodus zurück, bevor die Mobilfunkdienste wiederhergestellt wurden. Die US-Aktie reagierte mit einem Kursrückgang von 1,6 Prozent.

Die Aktie der Muttergesellschaft zeigt sich davon am heutigen Dienstag unbeeindruckt. Das Papier steigt um 1,93 Prozent auf 27,44 Euro und baut damit die Erholung der vergangenen Woche weiter aus, in der es bereits 2,77 Prozent zulegte. Anleger blicken zunehmend auf den 6. August, wenn der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vorlegt.

Analysten senken Kursziele vor den Quartalszahlen

Gleich mehrere Häuser haben am Montag ihre Einschätzungen zur Deutschen Telekom und zu T-Mobile US nach unten korrigiert. JPMorgan reduzierte das Kursziel für die Deutsche Telekom von 40,00 auf 38,00 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Overweight“. Als Begründung nannten die Analysten aktualisierte Schätzungen für die US-Tochter.

Bei T-Mobile US selbst fiel die Korrektur deutlicher aus: UBS senkte das Kursziel von 255,00 auf 235,00 US-Dollar und bestätigte gleichzeitig die Einstufung „Buy“. Auch die DZ Bank kappte ihren fairen Wert für die US-Tochter, von 250,00 auf 240,00 US-Dollar, hielt aber ebenfalls an einer positiven Einschätzung („Kaufen“) fest. Bereits eine Woche zuvor hatte Deutsche Bank Research das Kursziel für die Konzernmutter von 42,00 auf 40,00 Euro gesenkt und dabei auf wachsenden Wettbewerb durch Satelliten-Internet-Anbieter wie Starlink sowie auf Investitionen in KI-Projekte verwiesen.

Trotz der reihenweisen Kürzungen bleiben sämtliche genannten Häuser bei ihren grundsätzlich positiven Einstufungen für den Konzern und seine US-Tochter. Das signalisiert: Der Wettbewerbsdruck belastet die Schätzungen, ändert aber nichts an der langfristig positiven Einordnung.

Solide US-Zahlen mit einem Wermutstropfen

Grundlage für die Anpassungen waren die am 23. Juli vorgelegten Quartalszahlen von T-Mobile US. Der Umsatz stieg um knapp 8 Prozent auf 22,79 Milliarden US-Dollar, das bereinigte EBITDA von 9,54 Milliarden US-Dollar übertraf die Erwartungen der Analysten. Zugleich hob das Unternehmen seine Jahresprognose für den bereinigten freien Cashflow 2026 auf eine Spanne von 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar an, nach zuvor 18,1 bis 18,7 Milliarden.

Ein Schatten fiel jedoch auf die Kundenentwicklung: Der Netto-Kundenzuwachs bei Postpaid-Verträgen sank um 13 Prozent auf 277.000 Neukunden. Genau dieser Rückgang dürfte die jüngsten Kurszielsenkungen der Analysten für die US-Tochter mitgetragen haben, obwohl die übrigen Kennziffern positiv überraschten.

Rückkaufprogramm läuft weiter, Blick auf den 6. August

Parallel zu den operativen Entwicklungen treibt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm voran. Laut einer Kapitalmarktmitteilung erwarb die Deutsche Telekom zwischen dem 20. und 24. Juli insgesamt 1.353.640 eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittskurs von 26,70 Euro. Das Programm liefert der Aktie einen strukturellen Nachfrageanker, unabhängig von der kurzfristigen Nachrichtenlage.

Für den Quartalsbericht am 6. August erwarten Analysten im Durchschnitt ein Ergebnis je Aktie von 0,56 Euro nach 0,54 Euro im Vorjahresquartal sowie einen Konzernumsatz von 29,95 Milliarden Euro, ein Plus von 4,46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zusätzliche Aufmerksamkeit könnten die zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika gestarteten Mobilfunkangebote und Netzoptimierungen von T-Mobile US auf sich ziehen, die das Unternehmen bereits im Juli vermarktete.

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