Deutsche Telekom Aktie: 31,6 Milliarden Parameter für Soofi S
T-Systems bringt Open-Source-KI auf den Markt, während die Telekom parallel eigene Aktien zurückkauft. Der Quartalsbericht im August gibt Aufschluss über die finanzielle Entwicklung.

- Neues Open-Source-Sprachmodell Soofi S
- Training auf T-Systems Cloud-Infrastruktur
- Rückkauf von über 2 Millionen Aktien
- Quartalszahlen am 6. August erwartet
Die Deutsche Telekom liefert den Beweis für ihre KI-Strategie – und zwar nicht als Ankündigung, sondern als fertiges Produkt. Die Geschäftskundensparte T-Systems hat die technologische Basis für „Soofi S“ gestellt, ein neues deutsches Open-Source-Sprachmodell. Parallel dazu treibt der Bonner Konzern sein Aktienrückkaufprogramm konsequent voran.
Soofi S läuft auf der Industrial AI Cloud
Das vom KI Bundesverband koordinierte Projekt „Soofi S“ bringt ein Sprachmodell mit 31,6 Milliarden Parametern hervor. Trainiert wurde es komplett auf der „Industrial AI Cloud“ von T-Systems in München. Rund 253.000 GPU-Stunden liefen dafür auf modernen Nvidia-B200-Systemen der Telekom-Tochter.
Für die Deutsche Telekom ist das mehr als ein technisches Detail. Der Konzern will europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine datenschutzkonforme Alternative zu US-Hyperscalern bieten. Mit der Bereitstellung solcher Rechenkapazität baut die Telekom ihr B2B-Geschäft in Richtung margenstarker KI-Dienstleistungen aus.
Rückkauf läuft weiter
Während die Cloud-Sparte technologisch punktet, arbeitet die Telekom im Hintergrund an ihrer Kapitalstruktur. Zwischen dem 6. und 10. Juli 2026 kaufte das Unternehmen gut 2,3 Millionen eigene Aktien zurück, abgewickelt über den Xetra-Handel. Das Programm läuft seit dem 1. Juli 2026 und soll die Zahl der umlaufenden Aktien senken – mit dem Ziel, den Gewinn je Aktie zu steigern.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Erst Ende Juni hatte die Aktie mit 23,54 Euro ihr 52-Wochen-Tief markiert. Seither hat sie sich deutlich erholt: Aktuell notiert das Papier bei 26,61 Euro, ein Plus von gut 5 Prozent auf Wochensicht. Zum bisherigen Jahreshoch von 34,35 Euro aus dem Februar fehlen aber immer noch mehr als 22 Prozent.
Die Kombination aus Kurserholung und laufendem Rückkauf lässt sich als Signal lesen: Das Management sieht das aktuelle Niveau offenbar als guten Einstiegspunkt für den Einsatz von Kapitalreserven.
Blick auf den August-Termin
Die technologischen Fortschritte bei T-Systems stärken die langfristige Position der Telekom im KI-Geschäft. Kurzfristig richtet sich der Blick der Anleger jedoch auf einen anderen Termin. Am 6. August 2026 legt der Konzern seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal vor.
Die Zahlen dürften zeigen, wie stark sich die operativen Verbesserungen bei T-Systems und das laufende Effizienzprogramm auf die Profitabilität auswirken. Erst dann wird sich einordnen lassen, ob der KI-Erfolg mit Soofi S auch handfeste finanzielle Impulse liefert.
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