Deutsche Telekom Aktie: 4.671 Stellen bei T-Mobile US gestrichen

T-Mobile US reduziert Personal um über 4.600 Stellen, während der Konzern in Polen Glasfasernetz ausbaut und die Jahresprognose anhebt.

Die Kernpunkte:
  • T-Mobile US streicht Tausende Stellen
  • Telekom expandiert in Polen
  • Umsatz steigt, Gewinn je Aktie sinkt
  • Aktie erholt sich nach Kursrutsch

Die Deutsche Telekom treibt den Umbau ihrer US-Tochter mit einem tiefgreifenden Stellenabbau voran. T-Mobile US hat im ersten Halbjahr 2026 im Zuge einer sogenannten „Workforce Transformation“ rund 4.671 Stellen gestrichen.

Der Personalbestand sank von 70.036 Mitarbeitern Ende 2025 auf 65.365 zum 30. Juni 2026. Der Umbau in den USA fällt zusammen mit einer laufenden Expansion in Europa und einer insgesamt verbesserten Geschäftsentwicklung des Konzerns.

Sparprogramm trifft auf Wachstumskurs

Der massive Personalabbau bei T-Mobile US wirkt zunächst gegenläufig zur sonstigen Konzernstrategie: Während die US-Tochter Kosten senkt, expandiert die Deutsche Telekom in Polen kräftig.

Für rund 1,0 Milliarden Euro will der Konzern die Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea vom Finanzinvestor Macquarie übernehmen, um die Tochter T-Mobile Polska zu einem konvergenten Vollanbieter auszubauen. Beide Bewegungen fügen sich in ein Bild, das Anleger zuletzt honoriert haben: Effizienzsteigerung in den USA, gezielte Zukäufe in Europa.

Grundlage für den strategischen Spielraum sind die Quartalszahlen, die der Konzern am 6. August vorgelegt hatte. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 auf 29,93 Milliarden Euro nach 28,67 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.

Der Gewinn je Aktie gab dagegen leicht nach, von 0,54 Euro auf 0,51 Euro. Trotz des schwächeren Ergebnisses je Aktie hob das Management die Prognose für das bereinigte EBITDA AL und den freien Cashflow für das Gesamtjahr an – ein Signal, das die Kapitalmärkte positiv aufgenommen haben.

Kurs erholt sich deutlich vom Zwischentief

Die Aktie notiert aktuell bei 29,16 Euro und legte am heutigen Handelstag um 1,0 Prozent zu. Nach dem kurzzeitigen Rutsch unter die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie infolge von Gewinnmitnahmen nach den Quartalszahlen hat sich das Papier spürbar erholt: Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 10 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen der Aktie derzeit noch 15 Prozent.

Der Rückkauf von gut 1,6 Millionen eigenen Aktien im Zeitraum vom 10. bis 14. August im Rahmen des erweiterten Aktienrückkaufprogramms 2026 stützte die Kursentwicklung der vergangenen zwei Wochen zusätzlich – seither hat die Aktie rund 1,8 Prozent zugelegt.

Blick nach vorn

Die parallele Bewegung aus Kostendisziplin in den USA und Investitionen in Europa dürfte die Kapitalallokation des Konzerns weiter prägen. Anleger werden am 5. November genauer hinsehen, wenn die Deutsche Telekom ihre Quartalsmitteilung zum 30. September vorlegt. Dann wird sich zeigen, ob sich der Personalabbau bei T-Mobile US bereits in den Zahlen niederschlägt und wie weit der Ausbau in Polen fortgeschritten ist.

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