Deutsche Telekom Aktie: 4,19 Prozent Minus nach T-Mobile-Zahlen

Schwache Umsätze der US-Tochter belasten die Telekom-Aktie trotz überraschend hohem Gewinn je Aktie.

Die Kernpunkte:
  • T-Mobile US verfehlt Umsatzerwartungen
  • Gewinn je Aktie übertrifft Prognosen
  • Postpaid-Kundenwachstum unter Vorjahresniveau
  • Charttechnische Unterstützung gerät ins Wanken

Die Deutsche Telekom musste am Donnerstag einen der schärfsten Tagesverluste der vergangenen Monate hinnehmen. Auslöser waren enttäuschende Quartalszahlen der US-Tochter T-Mobile US, an der der Bonner Konzern 54 Prozent hält. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 26,05 Euro und büßte damit 4,19 Prozent ein.

T-Mobile US verfehlt Umsatzschätzungen trotz starker Gewinnzahlen

T-Mobile US legte für das zweite Quartal 2026 ein gemischtes Bild vor. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,99 US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 2,59 US-Dollar deutlich. Der Umsatz wuchs um 7,9 Prozent auf 22,79 Milliarden US-Dollar, blieb damit aber leicht unter den Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn stieg nur moderat auf 3,24 Milliarden US-Dollar nach 3,22 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal – belastet unter anderem durch Abschreibungen von 146 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit der UScellular-Übernahme sowie 46 Millionen US-Dollar für eine Netzrestrukturierung.

Besonders im Fokus stand die Kundenentwicklung: T-Mobile US gewann im zweiten Quartal 277.000 neue Postpaid-Kunden und lag damit zwar über der Analystenschätzung von 259.000, verzeichnete gegenüber dem Vorjahr aber einen Rückgang von 13 Prozent. Auch die Kündigungsquote im Postpaid-Bereich stieg leicht von 0,92 auf 0,99 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPA) legte dagegen um 2 Prozent auf 152,91 US-Dollar zu, der Serviceumsatz wuchs um 9 Prozent auf 19 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Kern-EBITDA verbesserte sich um 12 Prozent auf 9,5 Milliarden US-Dollar, der Kundenzufriedenheitswert NPS erreichte mit 46 einen Rekordwert. T-Mobile US hob zudem seine Prognose für den bereinigten freien Cashflow auf 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar an, nachdem zuvor eine Spanne von 18,1 bis 18,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden war. Für das dritte Quartal rechnet das Management mit rund 250.000 neuen Postpaid-Kunden. Nach Unternehmensangaben entschieden sich 60 Prozent der Neukunden für Premium-Tarife, was die Umstellung des Preisgefüges zumindest teilweise erklären dürfte.

Charttechnik gerät unter Druck

Der Kursrutsch der T-Mobile-US-Aktie – zeitweise um rund 8 Prozent – zog die Deutsche-Telekom-Aktie über den Handelstag hinweg spürbar nach unten. Damit rückt die Aktie wieder näher an ihre jüngsten Tiefstände heran: Sie notiert derzeit rund 4,3 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 27,22 Euro und liegt gut 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, das Ende Februar markiert wurde. Beobachter verwiesen im Tagesverlauf auf eine wichtige Unterstützungszone im Bereich von 26 bis 26,50 Euro, die durch den Kursrückgang infrage gestellt wurde. Zuvor hatte sich die Aktie im Juli noch von Kursen unter 24 Euro auf über 27 Euro erholt – ein Teil dieser Erholung wurde nun wieder abgegeben.

Vergleich mit AT&T fällt zuungunsten von T-Mobile US aus

Konkurrent AT&T hatte am selben Tag mit 432.000 neuen Mobilfunkkunden die Erwartungen von 338.500 deutlich übertroffen und auch beim bereinigten Gewinn je Aktie mit 0,65 US-Dollar über der Prognose von 0,59 US-Dollar gelegen. Der direkte Vergleich verstärkte den Eindruck, dass T-Mobile US im laufenden Umbau seines Tarifgefüges vorübergehend Marktanteile an die Konkurrenz abgeben könnte.

Für die Deutsche Telekom selbst richtet sich der Blick nun auf den eigenen Quartalsbericht, der für den 6. August angekündigt ist. Erst dann dürfte sich zeigen, wie stark sich die Entwicklung bei der US-Tochter auf die Konzernzahlen des deutschen Mutterkonzerns niederschlägt.

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