Deutsche Telekom Aktie: 5-Milliarden-Rückkauf bis Jahresende

Die Telekom stockt ihr Rückkaufprogramm um 3 Mrd. Euro auf und hebt den Cashflow-Ausblick an. Basis sind robuste Q2-Zahlen.

Die Kernpunkte:
  • Rückkaufvolumen steigt auf 5 Milliarden
  • Bereinigter Gewinn wächst um 11 Prozent
  • Cashflow-Prognose für 2026 angehoben
  • WM-Rechte für MagentaTV gesichert

Die Deutsche Telekom fährt ihr Kapitalrückgabeprogramm deutlich hoch. Der Vorstand beschloss am Donnerstag, das laufende Aktienrückkaufprogramm 2026 um bis zu 3 Milliarden Euro aufzustocken.

Zusammen mit dem bereits seit Jahresbeginn laufenden Programm über bis zu 2 Milliarden Euro können die Rückkäufe bis zum Jahresende damit ein Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro erreichen. Die Entscheidung fällt zeitgleich mit robusten Quartalszahlen, die dem Konzern offenbar zusätzlichen finanziellen Spielraum verschaffen.

Bisheriges Programm bereits weit fortgeschritten

Das ursprüngliche Rückkaufprogramm über bis zu 2 Milliarden Euro war bis einschließlich 5. August bereits im Umfang von rund 1,2 Milliarden Euro umgesetzt. Dabei kaufte die Telekom rund 42,1 Millionen eigene Aktien vom Markt.

Die nun beschlossene Aufstockung soll in einer oder mehreren Tranchen zwischen dem 10. August und dem 22. Dezember erfolgen – die Umsetzung beginnt damit ab dem heutigen Montag. Für Anleger bedeutet das eine spürbare Verknappung der im Umlauf befindlichen Aktien über einen längeren Zeitraum.

Starkes zweites Quartal als Basis

Grundlage für die großzügigere Kapitalrückgabe ist ein solides zweites Quartal. Der Nettoumsatz stieg auf 29,9 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch die Service-Umsätze legten organisch um 3,3 Prozent zu.

Deutlich stärker entwickelte sich das bereinigte EBITDA AL: Es kletterte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Der freie Cashflow AL wuchs um 3,1 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro, der bereinigte Nettogewinn sogar um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Der berichtete Nettogewinn zeichnet dagegen ein anderes Bild: Er sank um 6,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Grund dafür sind Integrationskosten bei der US-Tochter T-Mobile US im Zusammenhang mit der Übernahme von UScellular.

Die US-Einheit hatte die Wireless-Geschäfte von UScellular bereits im Vorjahr übernommen, die daraus entstehenden Belastungen schlagen aber weiterhin auf die berichteten Zahlen durch. Zusätzlich weitet sich der Konsolidierungskreis in den USA durch die Erstkonsolidierung von Metronet und UScellular aus, was die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr zusätzlich erschwert.

Ausblick für 2026 angehoben

Die Diskrepanz zwischen bereinigten und berichteten Kennzahlen hinderte den Konzern nicht daran, seine Prognose für den freien Cashflow anzuheben. Statt „mehr als 19,8 Milliarden Euro“ peilt die Telekom für 2026 nun „rund 20,0 Milliarden Euro“ an.

Die Guidance für das bereinigte EBITDA AL bleibt derweil bei rund 47,5 Milliarden Euro. Die Kombination aus steigendem Cashflow-Ziel und ausgeweitetem Rückkaufprogramm signalisiert, dass der Konzern trotz der laufenden US-Integration über ausreichend finanziellen Puffer verfügt.

Sportrechte sichern Kundenbindung

Parallel zu den Kapitalmarktentscheidungen baut die Telekom ihr Medienangebot aus. Anfang des Monats sicherte sich der Konzern die Rechte an der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 – alle 104 Partien des Turniers laufen erneut exklusiv bei MagentaTV.

Bereits im Vorjahr hatte sich die Telekom die Rechte an der EURO 2028 von ARD und ZDF gesichert, wodurch dank 17 exklusiver Partien alle 51 Spiele des Turniers ausschließlich bei MagentaTV zu sehen sind. Solche Exklusivrechte dienen dem Konzern als Instrument zur Kundenbindung im deutschen Fernsehmarkt.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse zeigte sich am heutigen Montag zunächst keine Euphorie: Die Aktie gab um 1,31 Prozent nach und notierte bei 28,58 Euro, nachdem sie am Freitag noch bei 28,96 Euro geschlossen hatte. Der Rücksetzer relativiert sich allerdings im Kontext der jüngsten Entwicklung – über die vergangenen 30 Tage hat das Papier um 9,08 Prozent zugelegt.

Anleger dürften nun auf den Investor Day zur Künstlichen Intelligenz am 5. Oktober blicken, bevor am 5. November die Zahlen zum dritten Quartal folgen und zeigen, ob sich das aufgestockte Rückkaufprogramm wie geplant fortsetzt.

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