Deutsche Telekom Aktie: 560 Millionen für Rückkäufe bis September
Telekom setzt Aktienrückkäufe fort, während Analysten die Wachstumsaussichten des US-Geschäfts kritischer bewerten und ihre Kursziele senken.

- Dritte Rückkauf-Tranche bis September
- Analysten senken Kursziele, bleiben positiv
- T-Mobile US: Gewinn übertrifft, Kundenzuwachs schwächer
- Quartalszahlen am Donnerstag erwartet
Die Deutsche Telekom treibt ihr Aktienrückkaufprogramm weiter voran, während sich mehrere Analystenhäuser vor den anstehenden Halbjahreszahlen kritischer zum US-Geschäft äußern. Der Bonner Konzern bestätigte, die dritte Tranche des Rückkaufprogramms 2026 fortzusetzen: Bis Ende September sollen Aktien im Wert von bis zu 560 Millionen Euro erworben werden. Bereits im Zeitraum vom 13. bis 17. Juli hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben gut 1,35 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 26,73 Euro zurückgekauft.
Kursziele sinken, Einstufungen bleiben positiv
Trotz des laufenden Rückkaufprogramms zeigen sich Analysten zurückhaltender bei den Wachstumsaussichten des US-Geschäfts. JP Morgan senkte am 27. Juli das Kursziel von 40,00 auf 38,00 Euro, beließ die Einstufung aber wegen der operativen Stärke des Konzerns trotz Wettbewerbsdrucks auf „Overweight“. Die Deutsche Bank folgte tags zuvor mit einer Reduzierung von 42,00 auf 40,00 Euro bei weiterhin positiver „Buy“-Einstufung. Analyst Robert Grindle verwies dabei auf möglichen Wettbewerbsdruck durch Satelliten-Internetdienste wie Starlink. Auch die DZ Bank reduzierte ihren fairen Wert von 37,00 auf 35,00 Euro und begründete dies mit gedämpften Wachstumserwartungen für das US-Geschäft, hielt jedoch an der Kaufempfehlung fest.
Die Kurszielsenkungen fallen in eine Phase, in der sich die Aktie seit ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro spürbar entfernt hat und aktuell 21,83 Prozent darunter notiert. Zugleich hat sich das Papier vom 52-Wochen-Tief bei 23,54 Euro um 14,06 Prozent erholt. Zum Wochenschluss stand die Aktie bei 26,85 Euro, ein Minus von 0,63 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 6,63 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch mit 3,38 Prozent im Minus.
US-Tochter liefert gemischte Signale
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die US-Tochter T-Mobile US mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal. Laut Reuters übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie mit 2,99 US-Dollar die Erwartungen, zudem hob das Unternehmen seine Prognose für den freien Cashflow 2026 auf eine Spanne von 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar an. Enttäuschend fiel dagegen das Neukundenwachstum im Postpaid-Segment aus, das gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent zurückging. Da die Deutsche Telekom über ihre US-Beteiligung eng mit der Entwicklung von T-Mobile US verknüpft ist, dürften diese Signale auch in die eigenen Konzernzahlen einfließen.
Blick auf Quartalszahlen und Zukunftsprojekte
Am Donnerstag veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Finanzergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. Anleger dürften dabei genau beobachten, wie sich die gedämpften Wachstumserwartungen für das US-Geschäft in den Konzernzahlen niederschlagen und ob das laufende Rückkaufprogramm den Kurs stabilisieren kann. Charttechnisch gilt die 200-Tage-Linie derzeit als nächste Hürde, von der die Aktie mit einem Abstand von 6,13 Prozent noch entfernt notiert.
Abseits der Zahlenwelt konnte der Konzern zudem einen strategischen Erfolg vermelden: Mitte Juli erhielt die Deutsche Telekom laut dpa den Zuschlag für die Leitung des EU-Projekts PETRUS2, das gemeinsam mit Airbus, Thales und SES eine europäische Quantenkommunikations-Infrastruktur (EuroQCI) aufbauen soll. Ein solches Engagement unterstreicht die Rolle des Konzerns bei europäischen Zukunftstechnologien, dürfte kurzfristig aber weniger kursrelevant sein als die anstehenden Quartalszahlen und deren Aussagekraft zum US-Geschäft.
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