Deutsche Telekom Aktie: 909.000 Aktien zurückgekauft
Die Telekom setzt ihr Aktienrückkaufprogramm fort, während regionale Wettbewerber die Vorleistungsverträge kritisieren.

- Rückkauf von 909.000 Aktien
- Kurs unter gleitenden Durchschnitten
- Kritik an Vorleistungsverträgen
- KI-Sprachmodell in Telekom-Cloud trainiert
Die Deutsche Telekom treibt ihr laufendes Aktienrückkaufprogramm weiter voran, während der Bonner Konzern gleichzeitig mit regulatorischem Gegenwind konfrontiert ist. Zwischen dem 1. und 3. Juli 2026 erwarb das Unternehmen über die Handelsplattform Xetra insgesamt 909.000 eigene Aktien für rund 22,5 Millionen Euro. Die Transaktionen wurden im Rahmen einer Kapitalmarktmitteilung veröffentlicht und laufen unter der ISIN DE0005557508.
Kurs bewegt sich in enger Bandbreite
Die Aktie schloss am Montag bei 26,73 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 3,60 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 4,12 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Titel 4,09 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 12,70 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar 2026, ist die Aktie inzwischen 22,18 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro aus Ende Juni 2026 beträgt der Abstand dagegen 13,55 Prozent. Der Kurs notiert damit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,37 Euro sowie unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,75 Euro. Der RSI-Wert von 53,2 signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 32,35 Prozent, die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 122,60 Milliarden Euro.
Regionale Anbieter kritisieren Vorleistungsverträge
Abseits der Kapitalmarktkommunikation gerät die Telekom in die Kritik regionaler Wettbewerber. Netcologne-Chef Timo von Lepel wirft dem Konzern vor, mit sogenannten Commitment-Verträgen Mengenrabatte an Bedingungen zu knüpfen, die große Nachfrager bundesweit binden. Das erschwere es Wettbewerbern, Glasfaser-Vorleistungen zusätzlich bei anderen Anbietern einzukaufen. Hintergrund ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die Telekom in mehreren Städten – darunter Ingolstadt, Köln, München und Wolfsburg – künftig teilweise nicht mehr vorab zu regulieren. Der Branchenverband BREKO warnt vor einer Stärkung der Marktmacht des früheren Monopolisten und einer möglichen Bremse für den weiteren Glasfaserausbau in Deutschland.
KI-Sprachmodell aus der Telekom-Cloud
Auf der Technologieseite sorgt ein Projekt für Aufmerksamkeit, an dem die Telekom als Infrastrukturpartner beteiligt ist. Das offene deutsche Sprachmodell Soofi S mit der Bezeichnung 30B-A3B wurde in der Telekom-Cloud in München trainiert, unter Einsatz von 253.000 GPU-Stunden auf bis zu 512 Nvidia-B200-Chips. Das Modell verfügt über 31,6 Milliarden Parameter, von denen 3,2 Milliarden pro Token aktiv sind, und wurde mit 27 Billionen Trainings-Token gefüttert. In der zweiten Trainingsphase lag der deutsche Sprachanteil bei 15,3 Prozent. Auf deutschen Benchmarks belegt Soofi S mit 79,1 Punkten den ersten Platz, wobei Gewichte und Code offen zugänglich sind, eine finale Lizenz aber noch aussteht.
Für Anleger bleibt die Kombination aus laufendem Kapitalrückfluss über das Rückkaufprogramm und der ungelösten Regulierungsfrage rund um den Glasfaser-Vorleistungsmarkt der entscheidende Beobachtungspunkt. Während der Rückkauf die Aktienzahl sukzessive reduziert, könnte eine mögliche Ausweitung regulatorischer Zugeständnisse an regionale Anbieter mittelfristig Einfluss auf die Wettbewerbsposition der Telekom im deutschen Breitbandmarkt nehmen.
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