Deutsche Telekom Aktie: Die KI-Offensive der Regierung?

T-Systems konzipiert einen Behörden-KI-Prototyp; die Initialphase kostet höchstens rund 1,16 Millionen Euro netto.

Die Kernpunkte:
  • Sechs Städte testen die geplante Plattform
  • Capgemini und KPMG sind beteiligt
  • KI-Umsatz soll bis 2030 steigen
  • Open-RAN-Umstellung an 3.000 Standorten geplant

Die Bundesregierung hat die Konzerntochter T-Systems mit der Konzeption und praktischen Umsetzung eines Prototyps für eine behördliche KI-Plattform beauftragt. Der Abruf erfolgte über bestehende Rahmenverträge für die künftige Anwendung der Verwaltung. Am Aktienmarkt verzeichnete die Deutsche Telekom gestern ein Plus von 1,8 Prozent und ging bei 26,93 Euro aus dem Handel.

Der Testbetrieb für die geplante Plattform startet zunächst in sechs Städten: Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg, Nürnberg und Wiesbaden. Inhaltlich deckt die Anwendung Dienstleistungen in den Bereichen Familie, Wohnen, Soziales sowie Unternehmensgründungen ab.

Die Gesamtkosten für Beratungs- und Steuerungsleistungen in dieser Initialphase beziffern die Unterlagen auf maximal rund 1,16 Millionen Euro netto. Neben T-Systems sind Capgemini und KPMG eingebunden, während das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Umsetzung kontrolliert. Geplant ist ein anschließender Erprobungsbetrieb von bis zu zwölf Monaten.

Keine Sonderausgaben für Mobilfunknetze

Zugleich dämpft der Konzern Spekulationen über ausufernde Infrastrukturkosten infolge neuer Technologiewellen. Zusätzlicher Datenverkehr im Mobilfunk erfordert nach Unternehmensangaben mittelfristig keine Sonderinvestitionen in die Netzkapazität. Der künftige Finanzvorstand Dhananjay Mirchandani, der sein Amt am 1. Mai 2027 antritt, verwies auf die planmäßige Modernisierung der bestehenden Antennenstandorte.

Nach offiziellen Konzernprognosen soll die Investitionsquote ohne das US-Geschäft und Frequenzausgaben im Jahr 2027 bei 21 Prozent des Serviceumsatzes liegen. Aktuell liegt der Wert vor allem wegen laufender Infrastrukturprojekte in Deutschland noch leicht darüber. Bis 2027 stellt die Telekom zudem an 3.000 deutschen Standorten die Antennentechnik auf Open-RAN-Systeme von Nokia um.

Ausbaupläne und Marktbewertung

Die Bonner wollen ihre Erlöse im Technologiebereich schrittweise steigern. Außerhalb der USA rechnet das Unternehmen im KI-Segment mit einem Umsatz von etwa 250 Millionen Euro im laufenden Jahr, der bis 2030 auf 800 Millionen Euro klettern soll. Die Analysten von UBS sehen zudem operativen Spielraum für einen schrittweisen Ausbau konzerneigener Rechenzentren.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro trennt die Aktie derzeit ein Abstand von 22 Prozent. Nach den jüngsten Kursverlusten der Vormonate suchen Marktteilnehmer vor allem nach Belegen für disziplinierte Kapitalverwendung und profitable Digitalisierungserlöse. Der neue Auftrag für die öffentliche Verwaltung liefert dafür einen konkreten Baustein.

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