Deutsche Telekom Aktie: Elliott fordert Stopp der T-Mobile-Fusion
Elliott drängt die Deutsche Telekom zum Verzicht auf einen T-Mobile-US-Zusammenschluss, während Satellitenpläne und Glasfaserausbau weiterlaufen.

- Elliott fordert Kurswechsel bei T-Mobile US
- Satellitenbündnis mit vier Telekomkonzernen geplant
- Glasfaserstart für bis zu 2.600 Haushalte
- Aktie steigt auf 28,93 Euro
Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat eine Beteiligung an der Deutsche Telekom aufgebaut. Das berichtet Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Elliott fordert den Konzern demnach auf, einen möglichen Zusammenschluss mit der US-Tochter T-Mobile US nicht weiterzuverfolgen. Zum Umfang der Beteiligung machte die Quelle keine Angaben.
Der Vorstoß trifft die Deutsche Telekom in einer Phase, in der die Frage nach der künftigen Struktur des Konzerns ohnehin im Raum steht. Eine engere Verzahnung mit T-Mobile US würde die Kapitalallokation des Konzerns grundlegend verändern – Elliotts Widerstand signalisiert, dass Investoren hier unterschiedliche Vorstellungen von der optimalen Konzernstruktur haben.
Für Aktionäre ist die Personalie deshalb relevant, weil aktivistische Investoren mit Beteiligungen dieser Art häufig auf konkrete strategische oder kapitalmarktbezogene Weichenstellungen drängen.
Satelliten-Konsortium als zweite Front
Parallel zur Elliott-Frage arbeitet die Deutsche Telekom an einem europäischen Vorstoß im Weltraumgeschäft. Laut Bloomberg führt der Konzern gemeinsam mit Orange, Vodafone Group und Telefónica Gespräche über ein Konsortium, das sich um EU-Satellitenspektrum bewerben und Direct-to-Mobile-Dienste entwickeln soll.
Eine Vereinbarung ist bislang nicht bestätigt. Sollte das Konsortium zustande kommen, würde die Deutsche Telekom Teil eines branchenweiten Versuchs, europäische Konnektivität unabhängiger von außereuropäischen Satellitenanbietern zu gestalten.
Personalwechsel und operativer Ausbau laufen weiter
Abseits der strategischen Großthemen treibt der Konzern das Tagesgeschäft voran. Mladen Mitic soll zum 1. Oktober als Chief Product & Digital Officer in den Konzern eintreten. Zudem hat die Deutsche Telekom den Glasfaserausbau in Allstedt und mehreren umliegenden Ortsteilen gestartet – bis zu 2.600 Haushalte sollen künftig Geschwindigkeiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde erhalten.
Solche Ausbauprojekte gehören zum Kerngeschäft des Konzerns und untermauern die Investitionsstrategie im deutschen Heimatmarkt, auch wenn sie im Schatten der Elliott-Debatte kaum Beachtung finden dürften.
Kursreaktion bislang verhalten
An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt robust: Am Montag schloss das Papier bei 28,93 Euro, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von sieben Handelstagen steht ein Zuwachs von 2,4 Prozent zu Buche. Damit notiert der Kurs weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, das Ende Februar erreicht wurde – der Abstand beträgt 16 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 136,73 Milliarden Euro.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Die operative Entwicklung – von der Führungsebene bis zum Glasfaserausbau – läuft unauffällig weiter, während die strategische Grundsatzfrage um T-Mobile US und die Haltung von Elliott den Kurs in den kommenden Wochen maßgeblich prägen dürfte. Wie der Konzern auf die Forderungen des Investors reagiert, ist bislang offen.
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