Deutsche Telekom Aktie: Elliott greift an
Der aktivistische Investor Elliott drängt bei der Deutschen Telekom offenbar auf mehr Rückkäufe statt einer engeren Verbindung mit T-Mobile US.

- Elliott baut Telekom-Beteiligung offenbar aus
- Investor favorisiert höhere Aktienrückkäufe
- T-Mobile-Fusion stößt auf weiteren Widerstand
- JPMorgan bestätigt 27,50-Euro-Kursziel
Ein Name sorgt am Donnerstag für Bewegung bei der Deutschen Telekom: Elliott Investment Management. Der aktivistische Investor um Paul Singer hat einem Agenturbericht zufolge eine größere Beteiligung am Bonner Konzern aufgebaut – und bringt damit Tim Höttges‘ liebstes Vorhaben ins Wanken.
Elliott soll die Telekom drängen, die geplante engere Verzahnung mit der US-Tochter T-Mobile US fallen zu lassen. Statt einer Fusion favorisiert der Investor offenbar deutlich höhere Aktienrückkäufe, um Aktionärswert freizusetzen. Die genaue Größe der Beteiligung ist bislang nicht bekannt – nach deutschem Recht müsste Elliott eine Position ab drei Prozent offenlegen.
Ein Mega-Deal wackelt
Höttges verfolgt seit Längerem die Idee, Deutsche Telekom und T-Mobile US unter einer neuen Holding zusammenzuführen. Bereits im Frühjahr war über eine entsprechende Struktur spekuliert worden. Käme sie zustande, entstünde der wertvollste Mobilfunkkonzern der Welt – noch vor China Mobile.
Allerdings bröckelt die Unterstützung für den Plan von mehreren Seiten. Führungskräfte bei T-Mobile US sollen bereits im Juli signalisiert haben, das Vorhaben wegen Aktionärsbedenken und regulatorischer Risiken nicht mehr mitzutragen. Mit Elliott meldet sich nun ein zweiter, gewichtiger Gegenspieler.
Analysten sehen günstige Bewertung
JPMorgan bekräftigte am Donnerstag die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 27,50 Euro. Analyst Akhil Dattani bezeichnete die Telekom-Aktie als günstig trotz solider Gewinnentwicklung – belastet von einem „einzigartigen Cocktail strategischer Probleme“. Für eine Neubewertung müsse der Konzern die künftige Beziehung zu T-Mobile US plausibel machen und dessen Probleme lösen.
Die Kursreaktion blieb bislang moderat. Vorbörslich zog die Aktie zeitweise rund zwei Prozent an, notierte im regulären Frankfurter Handel dann aber leicht im Minus bei knapp 29 Euro. Auf Zwölfmonatssicht hat der Titel rund neun Prozent verloren, T-Mobile US sogar mehr als 25 Prozent – ein Umstand, der Elliotts Argumentation für einen Strategiewechsel zusätzliches Gewicht verleiht.
Elliott ist kein Unbekannter unter deutschen Konzernen. Zuletzt hatte der Investor bei Air Liquide auf höhere Margen gedrängt. Ob sich der Fonds bei der Telekom durchsetzt und Höttges‘ Fusionspläne kippt, dürfte sich zeigen, sobald eine offizielle Beteiligungshöhe gemeldet wird.
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