Deutsche Telekom Aktie: Fusion überschattet Rückkäufe

Fusionsspekulationen um T-Mobile US überschatten das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm der Telekom und drücken den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Rückkauf von 13,7 Millionen Aktien
  • Fusionspläne mit T-Mobile US
  • Kursverlust von rund drei Prozent
  • Hohe Hürden für Vollkombination

Während der Konzern im Hintergrund systematisch eigene Aktien einsammelt, sorgt ein Bericht des „Wall Street Journal“ heute für spürbare Kursbewegung. Das Thema: eine mögliche Vollkombination mit T-Mobile US — und die Aktie reagiert mit einem Minus von rund drei Prozent.

Rückkaufprogramm läuft, aber der Kurs folgt nicht

Seit April 2026 kauft die Deutsche Telekom eigene Aktien planmäßig zurück. Allein in der ersten Juniwoche erwarb der Konzern rund 1,58 Millionen eigene Titel zum Durchschnittspreis von 28,49 Euro — ein Wochenvolumen von etwa 45 Millionen Euro. In der laufenden Woche kamen bereits weitere rund 970.000 Aktien für zusammen rund 27 Millionen Euro hinzu.

Kumuliert hat die Telekom damit bislang knapp 13,7 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Das Gesamtprogramm sieht für 2026 ein Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro vor. Den überwiegenden Teil der Titel plant der Konzern einzuziehen — was rechnerisch den Gewinn je Aktie erhöht. Ein kleinerer Anteil fließt in Mitarbeiterbeteiligungs- und Vergütungsprogramme.

Auf den Kurs wirkt das kaum. Makroökonomische Faktoren und Sektorrotationen überlagern die stützende Wirkung des Programms — das war in den vergangenen Wochen bereits so.

T-Mobile US: Die Fusionsfrage kehrt zurück

Das eigentliche Thema des Tages kommt aus New York. Das „Wall Street Journal“ berichtet, Vorstandschef Timotheus Höttges treibe eine vollständige Zusammenführung mit T-Mobile US aktiv voran. Er stehe damit vor der „ehrgeizigsten Bewährungsprobe seiner beruflichen Laufbahn“, heißt es im Blatt.

Die Hürden sind beträchtlich. Höttges müsste zunächst den deutschen Staat als Großaktionär überzeugen. Hinzu kommen die übrigen T-Mobile-Aktionäre, die nach bisherigen Berichten kaum Vorteile in einer Fusion sehen — nicht zuletzt wegen der im Vergleich zur US-Tochter schwächeren Profitabilität des Bonner Mutterkonzerns. Bernstein-Analyst Ulrich Rathe hatte die regulatorischen Hürden bereits im April als erheblich eingestuft, die grundsätzliche Idee jedoch als plausibel bezeichnet.

Aktuell hält die Telekom etwas mehr als 50 Prozent an T-Mobile US und konsolidiert die Tochter vollständig. Strategisches Ziel einer Vollkombination wäre es demnach, den Bewertungsabschlag der Telekom gegenüber T-Mobile US zu schließen, leichteren Kapitalmarktzugang zu schaffen und den weltgrößten Telekommunikationskonzern zu formen.

Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Schon Ende April, als erste Berichte über Fusionspläne kursierten, gab die Aktie nach. Die heutige Reaktion setzt dieses Muster fort. T-Mobile-US-Aktien zeigten sich im vorbörslichen New Yorker Handel dagegen kaum bewegt.

Ob Höttges die nötigen Zustimmungen zusammenbekommt, dürfte die Aktie auf absehbare Zeit begleiten — ein konkreter Zeitplan oder ein offizielles Statement des Unternehmens steht bisher aus.

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