Deutsche Telekom Aktie: Höttges bremst Fusionsfantasie
Telekom-Chef Höttges stellt klar: Kein T-Mobile-US-Deal ohne klaren Wertbeitrag. Stattdessen stockt der Konzern den Aktienrückkauf auf drei Milliarden Euro auf.

- Höttges bremst Fusionsspekulationen
- Rückkauf um Milliarden aufgestockt
- Wertschöpfung als oberstes Prinzip
- Kurs reagiert positiv auf Nachrichten
Spekulationen über eine mögliche Komplettübernahme von T-Mobile US durch die Deutsche Telekom beschäftigen die Börse schon seit Wochen. Konzernchef Tim Höttges hat den Gerüchten am Donnerstag bei der Pressekonferenz zu den Zweitquartalszahlen eine klare Absage erteilt – ohne sie direkt zu kommentieren.
Kein Deal um der Schlagzeile willen
„Wir werden keine Transaktion wegen ihrer Größe, ihrer Schlagzeile oder ihrer strategischen Eleganz tätigen“, sagte Höttges. Zu konkreten Marktgerüchten wolle man sich grundsätzlich nicht äußern. Die Nachrichtenplattform Semaphore hatte zu Wochenbeginn berichtet, dass Bemühungen um einen vollständigen Zusammenschluss mit der US-Tochter ins Stocken geraten seien – Widerstand kommt demnach vor allem von T-Mobile-Minderheitsaktionären. Die Deutsche Telekom hält 53,8 Prozent an T-Mobile US, wächst dabei aber langsamer als die amerikanische Tochter selbst.
Höttges betonte stattdessen ein Prinzip, das für alle Kapitalentscheidungen gelte: „Wir handeln nur, wenn eine Maßnahme einen Wert für die Aktionärinnen und Aktionäre der Deutschen Telekom schafft. Das gilt für M&A, das gilt für Spektrum, das gilt für Glasfaser – und das gilt auch für Aktienrückkäufe.“
Rückkauf statt Übernahme
Genau dieses Prinzip lieferte am Donnerstag auch die Begründung für den aufgestockten Aktienrückkauf. Der Bonner DAX-Konzern hatte am Morgen per Ad-hoc-Mitteilung bekanntgegeben, das laufende Programm um bis zu drei Milliarden Euro aufzustocken – insgesamt kann das Volumen bis Jahresende damit auf fünf Milliarden Euro steigen. Bei vollständiger Ausschöpfung würde sich die gesamte Aktionärsvergütung 2026 auf nahezu zehn Milliarden Euro summieren.
„Der Markt gibt uns derzeit weder für die Qualität von T-Mobile US noch für die Qualität unseres ex-US-Geschäfts den Wert, den beide Geschäfte verdienen“, erklärte Höttges die Entscheidung. Für ihn sei der Rückkauf kein Signal zur Kurskosmetik, sondern eine Investitionsentscheidung: „Wir kaufen dann eigene Aktien, wenn wir überzeugt sind, dass wir damit mehr Wert schaffen als mit anderen Investitionen.“ Bonitätsbewertung, Netzführerschaft und strategische Handlungsfähigkeit sollen dabei nicht angetastet werden.
Die Botschaft an den Markt ist damit doppelt: Ein Großdeal mit T-Mobile US steht nicht auf der Agenda, solange er nicht eindeutig Wert schafft – und so lange bleibt das eigene Papier für Höttges die attraktivste Investition im Konzern. Wie der Markt diese Ansage bewertet, zeigte sich bereits am Kurs, der im Zuge der Meldungen deutlich zulegte.
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