Deutsche Telekom Aktie: Jahresprognose auf 20 Milliarden Cashflow erhöht

Telekom übertrifft mit Q2-Zahlen Erwartungen, hebt Prognose an und stockt Aktienrückkauf auf. Operatives Wachstum rückt in den Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und Gewinn legen kräftig zu
  • Jahresprognose für Cashflow angehoben
  • Aktienrückkauf um drei Milliarden erhöht
  • Fusionspläne mit T-Mobile US gescheitert

Die Deutsche Telekom hat am 6. August ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt – und die operative Entwicklung liefert der Aktie derzeit mehr Rückhalt als die gescheiterten Fusionspläne mit T-Mobile US. Der Nettoumsatz stieg organisch um 3,3 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL legte um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Nettogewinn kletterte um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Besonders bemerkenswert: Der Konzern hob im Zuge der Zahlen seine Jahresprognose an. Der freie Cashflow soll 2026 nun bei rund 20,0 Milliarden Euro liegen statt zuvor bei über 19,8 Milliarden Euro. Beim EBITDA peilt das Management ein Wachstum von rund 6 Prozent in konstanter Währung auf etwa 47,5 Milliarden Euro an.

Alle Segmente liefern

Die Breite des Wachstums sticht heraus. T-Mobile US verzeichnete im ersten Halbjahr ein organisches EBITDA-Plus von 9,6 Prozent und gewann 0,5 Millionen Kundenkonten hinzu – bei nach Unternehmensangaben branchenführendem ARPA-Wachstum. Das europäische Segment meldete bereits das 34. Quartal in Folge mit organischem EBITDA-Wachstum, Service-Umsatz und EBITDA legten dort je um 4 Prozent zu.

Auch das Heimatgeschäft trägt bei: Im Deutschland-Segment wuchs das EBITDA das 39. Quartal in Folge. Die mobilen Serviceerlöse stiegen um 2,4 Prozent, die Breitbanderlöse um 1,9 Prozent. Beim Glasfaserausbau kamen im zweiten Quartal 161.000 Netto-Neukunden hinzu, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kapitalrückführung als Antwort auf die Bewertung

Vor gut einer Woche hatte der Vorstand das Aktienrückkaufprogramm für 2026 um bis zu 3 Milliarden Euro auf insgesamt bis zu 5 Milliarden Euro aufgestockt. Als Begründung nannte das Unternehmen unter anderem, dass die Aktie am unteren Ende historischer KGV-Bewertungskorridore notiere.

Bis zum 5. August waren bereits rund 1,2 Milliarden Euro investiert und etwa 42,1 Millionen Aktien zurückgekauft worden. Weitere Tranchen sind zwischen dem 10. August und dem 22. Dezember vorgesehen.

Seither hat die Aktie um 1,7 Prozent zugelegt. Am Freitag schloss sie bei 28,69 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent auf Tagesbasis und von 6,2 Prozent auf Sicht von 30 Tagen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, bleibt das Papier jedoch weiterhin deutlich entfernt.

Fusion abgehakt, operatives Geschäft im Fokus

Am vergangenen Samstag wurde bekannt, dass die Unterstützung der T-Mobile-US-Führung für eine milliardenschwere Fusion mit der Deutschen Telekom nicht mehr vorhanden ist.

Institutionelle Minderheitsaktionäre von T-Mobile US hatten sich gegen den Zusammenschluss gestellt, zudem bestanden Bedenken wegen regulatorischer Hürden. Damit ist ein Thema vom Tisch, das die Aktie seit dem Frühjahr immer wieder bewegt hatte, nachdem Bloomberg im April über Pläne zu einer vollständigen Zusammenlegung beider Unternehmen unter einer neuen Holding berichtet hatte.

Für Anleger rückt damit die operative Story stärker in den Vordergrund: robustes Wachstum in allen drei Kernmärkten, eine angehobene Cashflow-Prognose und ein ambitioniertes Rückkaufprogramm. Zwei Termine dürften die nächste Kursrichtung mitbestimmen: der AI Investor Day am 5. Oktober, an dem der Konzern seine KI-Aktivitäten vorstellen will, und die Zahlen zum dritten Quartal am 5. November.

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