Deutsche Telekom Aktie: JPMorgan und Deutsche Bank senken Kursziele
Trotz zweier Kurszielsenkungen steigt die Telekom-Aktie. Grund sind positive Signale aus Charttechnik und Aktienrückkäufen.

- JPMorgan und Deutsche Bank senken Kursziele
- T-Mobile US meldet weniger Neukunden
- PwC-Studie warnt vor Glasfaser-Monetarisierungslücke
- Aktienrückkäufe und Charttechnik stützen Kurs
Zwei Analystenhäuser senken am selben Tag ihre Kursziele für die Deutsche Telekom. Die Aktie steigt trotzdem. Der Grund für diesen Widerspruch liegt tief im Detail der US-Zahlen und einer neuen Studie zum deutschen Glasfasermarkt.
Die Telekom-Aktie notiert am Montag bei 26,87 Euro, ein Plus von 1,59 Prozent zum Vortag. Das Papier bewegt sich damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,15 Euro. Ende Juni hatte die Aktie bei 23,54 Euro ihr Jahrestief markiert.
Zwei Kurszielsenkungen an einem Tag
JPMorgan senkt sein Kursziel von 40 auf 38 Euro, behält aber die Einstufung „Overweight“. Die Deutsche Bank folgt mit einem kleineren Schritt: 42 statt bisher 40 Euro Kursziel, Einstufung weiter „Buy“. Beide Häuser bleiben also grundsätzlich positiv, wollen aber ein Risiko einpreisen.
Der Auslöser sitzt in den USA. T-Mobile US hat die Prognose für den freien Cashflow 2026 auf 18,4 bis 18,8 Milliarden Dollar angehoben. Trotzdem schrumpfte der Netto-Kundenzuwachs bei Postpaid-Verträgen auf 277.000 Neuzugänge, ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Marktbeobachter lesen darin ein Zeichen für Marktsättigung und härteren Wettbewerb im US-Mobilfunkgeschäft.
PwC warnt vor Monetarisierungslücke bei Glasfaser
Am Heimatmarkt kommt ein zweites Problem hinzu. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC veröffentlicht eine Studie mit dem Titel „Glasfaser in Deutschland – Ein Markt unter Monetarisierungsdruck“. Die Kernaussage: Der Ausbau läuft weiter, aber die Aktivierungsraten der neuen Anschlüsse bleiben hinter den Erwartungen zurück.
Die Telekom selbst startet heute ein neues Ausbauprojekt in Leinefelde-Worbis für rund 260 Haushalte. Das Unternehmen baut also weiter aus. Das eigentliche Problem liegt woanders: Immer mehr gebaute Anschlüsse bleiben ungenutzt, während die Investitionen weiterlaufen.
Verschärft wird die Lage durch eine Entscheidung der Bundesnetzagentur von vergangener Woche. Die Behörde hat die Bedingungen final festgelegt, zu denen Wettbewerber Zugang zu den Leerrohren und Masten der Telekom erhalten. Das beschleunigt zwar den Netzausbau in der Fläche, erhöht aber den Konkurrenzdruck in Gebieten, die die Telekom bereits erschlossen hat.
Rückkäufe und Charttechnik stützen den Kurs
Trotz der gesenkten Kursziele hält die Aktie eine wichtige Marke. Ein „Hammer“-Signal im Candlestick-Chart vom Freitag deutete bereits das Ende der kurzfristigen Schwäche an. Der RSI liegt bei 52,8 und damit im neutralen Bereich — nach oben bleibt Spielraum, sollte die Marke von 27,35 Euro fallen.
Zusätzlichen Rückhalt liefert das laufende Aktienrückkaufprogramm. Zwischen dem 13. und 17. Juli kaufte der Konzern rund 1,35 Millionen eigene Aktien zurück, im Schnitt für 26,73 Euro je Stück. Für das Gesamtjahr bestätigt das Management ein bereinigtes EBITDA von rund 47,5 Milliarden Euro sowie einen freien Cashflow von etwa 19,8 Milliarden Euro.
Am 6. August legt die Deutsche Telekom ihren Zwischenbericht für das zweite Quartal vor. Anleger richten den Blick dann vor allem auf die Margenentwicklung in Europa und darauf, wie stark der US-Dollar die Konzernbilanz belastet. Hält die Unterstützung bei 25,92 Euro, bleibt das Bild einer moderaten Erholung intakt — auch wenn die frischen Kurszielsenkungen die kurzfristige Euphorie gebremst haben.
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