Deutsche Telekom Aktie: Kepler Cheuvreux senkt auf Hold

Kepler Cheuvreux senkt Einstufung und Kursziel der Telekom. Gute Quartalswerte treffen auf Sicherheitslücke, Rechtsstreit und Wettbewerbsdruck.

Die Kernpunkte:
  • Kepler Cheuvreux reduziert Kursziel
  • Quartalsgewinn legt um 11,1 Prozent zu
  • Aktienrückkauf steigt auf fünf Milliarden Euro
  • Rechtsstreit belastet T-Mobile-US-Beteiligung

Die Deutsche Telekom musste am Donnerstag einen deutlichen Kursrückschlag hinnehmen. Kepler Cheuvreux stufte die Aktie am 27. August von Buy auf Hold zurück und senkte das Kursziel von 35 auf 32 Euro.

Die Analysten begründeten den Schritt mit wenig vielversprechenden Markttrends für die zweite Jahreshälfte und wachsendem Wettbewerbsdruck bei der US-Tochter T-Mobile US. Die Aktie reagierte mit einem Rückgang von rund 4 Prozent. Am Freitag stabilisierte sich der Kurs bei 28,55 Euro, ein Plus von 1,8 Prozent zum Vortag.

Solide Zahlen, aber belastete Stimmung

Dabei zeigte sich die Deutsche Telekom operativ zuletzt in guter Verfassung. Anfang August meldete der Konzern für das zweite Quartal einen Umsatz von 29,9 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 3,3 Prozent. Das bereinigte EBITDA AL kletterte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro, der bereinigte Nettogewinn stieg um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der freie Cashflow AL legte um 3,1 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro zu.

Auf Basis dieser Entwicklung hob das Management die Jahresprognose für den freien Cashflow AL leicht an, von zuvor über 19,8 Milliarden Euro auf nun rund 20,0 Milliarden Euro.

Die Ziele für das bereinigte EBITDA AL von etwa 47,5 Milliarden Euro und das bereinigte EPS von rund 2,20 Euro bestätigte der Konzern unverändert. Parallel stockte die Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm für 2026 um bis zu 3 Milliarden Euro auf, das Gesamtvolumen liegt damit bei bis zu 5 Milliarden Euro.

Trotz dieser Zahlen bleibt die Kursentwicklung über zwölf Monate mit einem Minus von 9,0 Prozent belastet. Der Blick auf den 200-Tage-Durchschnitt von 28,59 Euro zeigt, dass die Aktie derzeit nahezu exakt auf diesem langfristigen Trend notiert, während sie zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro rund 17 Prozent Abstand aufweist.

Sicherheitslücke und Rechtsstreit als zusätzliche Belastungsfaktoren

Zum Downgrade gesellte sich eine technische Panne: Der Bayerische Rundfunk deckte kürzlich auf, dass im Telekom-Netz bei VoLTE-Anrufen teilweise IMEI-Nummern, Smartphone-Modelle und Betriebssystemversionen übermittelt wurden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte den Sachverhalt als sicherheitsrelevant ein. Die Telekom kündigte technische Anpassungen an, um das Datenleck zu schließen.

Zusätzlich beschäftigt ein Rechtsstreit die Investoren. Laut einem Handelsblatt-Bericht ermittelt ein Gericht in Delaware gegen die Deutsche Telekom und Manager von T-Mobile US wegen möglicher Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Sprint-Übernahme aus dem Jahr 2020. Im Raum stehen Schadensersatzforderungen von bis zu 10,1 Milliarden US-Dollar, wobei niedrigere Schätzungen bei 3,6 Milliarden US-Dollar liegen. Der Prozess ist für Oktober 2027 angesetzt, eine kurzfristige Belastung für die Bilanz ist daraus zunächst nicht abzuleiten.

Etwas Entlastung brachte hingegen eine Meldung Anfang August: T-Mobile US beendete demnach die Unterstützung für mögliche Fusionspläne mit der Deutschen Telekom, was der Markt als Rückgang des Deal-Risikos wertete.

Zudem treibt der Konzern seine Expansion in Polen voran – Mitte August übernahm die Telekom von Macquarie Asset Management den Festnetzbetreiber Fiberhost und den Breitband-/TV-Anbieter Inea für einen Unternehmenswert von rund einer Milliarde Euro. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt polnischer Wettbewerbsgenehmigungen und wird für Ende 2026 erwartet.

Ausblick auf kommende Termine

Anleger richten den Blick nun auf den 5. Oktober, wenn die Telekom ihren AI Investor Day abhält, sowie auf den 5. November, wenn die Zahlen zum dritten Quartal anstehen. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen operativer Stärke und den Belastungsfaktoren aus Rechtsstreit, Sicherheitslücke und vorsichtigerer Analystenhaltung schwanken.

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