Deutsche Telekom Aktie: KI-Agenten lösen Telefonmenüs ab

Der Konzern plant dialogfähige KI im Kundendienst und kaufte bis Mitte September mehr als 14 Millionen eigene Aktien zurück.

Die Kernpunkte:
  • KI-Agenten sollen Telefonmenüs ablösen
  • Telekom IoT integriert Iridium-Satellitennetz
  • T-Travel deckt über 200 Reiseziele ab
  • Mehr als 14 Millionen Aktien zurückgekauft

Die Deutsche Telekom treibt den Einsatz künstlicher Intelligenz in ihren operativen Abläufen voran. Im Kundenservice des Bonner Telekommunikationskonzerns steht eine spürbare Veränderung bevor: Die klassischen automatisierten Telefonmenüs sollen durch interaktive KI-Agenten abgelöst werden. Das kündigte Chief AI Officer Kartik Sheth gestern auf der Fachkonferenz HumanX in Amsterdam an.

Automatisierung im Kundendialog

Der Austausch von starren Sprachmenüs gegen dialogfähige KI-Assistenten markiert einen strategischen Schritt zur Modernisierung des Kundendienstes. Statt sich durch vorgegebene Ziffern- und Themenbäume zu wählen, sollen Anrufer ihre Anliegen künftig direkt im Gespräch mit KI-Systemen klären können.

Der Konzern verspricht sich von solchen Automatisierungsschritten nicht nur eine höhere Effizienz und geringere Kosten je Kundenkontakt, sondern auch kürzere Wartezeiten für die Nutzer.

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Am Donnerstag schloss die Aktie der Deutschen Telekom mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent bei 27,00 Euro. Damit notiert der Titel allerdings rund 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro.

Vernetzung und neue Digitaldienste

Der Fokus auf Software- und Konnektivitätslösungen spiegelt sich auch in anderen Geschäftsbereichen wider. So erweiterte die Geschäftskundensparte Deutsche Telekom IoT Mitte September ihr Multi-Orbit-Roaming-Portfolio: Durch die Integration des erdnahen LEO-Satellitennetzes von Iridium bietet der Konzern weltweite Datenverbindungen für 5G-Geräte an. Das Angebot richtet sich an Industrie- und Logistikkunden, die globale Abdeckung abseits terrestrischer Mobilfunknetze benötigen.

Parallel dazu ergänzt der Konzern seine Plattformen für Privat- und Geschäftskunden. Mit dem Start von T-Travel stellte das Unternehmen eine anbieterunabhängige Plattform für mobile Datenpakete via eSIM bereit, die mehr als 200 Reisedestinationen abdeckt. Auf Produktebene führte der Konzern zudem einen Rechner zur Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks von Endgeräten ein, um den wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen im Hardware-Bereich zu begegnen.

Kapitalallokation und strategische Optionen

Neben dem operativen Tagesgeschäft und neuen Technologiefeldern stützen milliardenschwere Rückflüsse an die Anteilseigner den Kurs. Laut Reuters Breakingviews gelten Zukäufe innerhalb der Europäischen Union als der aussichtsreichste Weg für künftige Übernahmen des Konzerns.

Gleichzeitig setzt das Management auf den Rückkauf eigener Anteilsscheine. Das entsprechende Programm war im August um 3 Milliarden Euro auf ein Gesamtvolumen von bis zu 5 Milliarden Euro aufgestockt worden. Im Rahmen dieser Maßnahme erwarb das Unternehmen seit dem 10. August bis Mitte September bereits mehr als 14 Millionen eigene Aktien zurück.

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